Mythos Kunststoff-Recycling: Wie viel Plastik-Müll wird in Deutschland recycelt?

Müllttrennung funktioniert im Vergleich zu anderen EU-Länder sehr gut in Deutschland. Hoch sind auch die Recycling-Quote für Papier, Glas und Kompost-Abfälle. Doch wie schaut es mit Verpackungsmüll für die Gelbe Tonne aus?

Das Diagramm zeigt die Kunststoffverwertung in Deutschland im Jahr 2013. Die zahlen stammen vom Umweltbundesamt.

Auf der Hompepage von der GmbH „Der Grüne Punkt“ hält sich in diesem Punkt zurück: keine Zahlen, keine Hintergrundinformationen. Doch auf der Seite des Bundesamweltamtes (UBA) gibt es eine Statistik aus dem Jahr 2013 über die Verwertungsquoten:

  • 5.68 Mio. Tonnen Kunststoffabfälle insgesamt
  • 2,37 Mio. Tonnen wurden davon recycelt
  • 3,26 Mio. Tonnen wurden davon verbrannt (2,03 Mio. Tonnen in der Müllverbrennung / 1,23 Mio. Tonnen als Ersatzbrennstoff in der Zementherstellung oder in Kraftwerken als Ersatz für fossile Energieträger)

Wo Recycling von Kunststoff gut funktioniert: Glas und Papier

Die Statistik beschreibt die Gesamtsumme aller Plastikabfälle – leider nicht aufgeschlüsselt nach der Herkunft. Denn die würde ein düsteres Bild auf die Gelbe Tonne werfen. Hohe Recycling-Quoten werden nämlich woanders erzielt: Rücknahme von Plastik-Flaschen über das Pfandsystem oder separate Entsorgungssysteme von Firmen, die ihre gewerblichen Abfälle entsorgen (z.B. Motoröl-Behälter bei Werkstätten).

Was passiert mit dem Müll der Gelben Tonne?

Verpackungsabfälle sind für zwei Ensorgungsfirmen spannend: Firmen, die den Müll recyceln wollen und Firmen, die ihn verbrennen wollen. Beide konkurrieren um den Müll. Und in einer Marktwirtschaft bekommt derjenige den Zuschlag, der das meiste Geld dafür bezahlt. Die Zahlen zeigen, dass mehr Müll verbrannt als recycelt wird. Viele Städte setzen auf Müllverbrennungsanlagen, weil sie damit Energie und Wärme zu erzeugen können und die Müllmenge reduzieren können.

Müllverbrennung als Vernichtung wertvoller Rohstoffe

Müllverbrennung, auch euphemistisch „Thermische Abfallbehandlung“ genannt, ist aber leider nicht so grün, wie es der „Grüne Punkt“ auf der Verpackung vielleicht erscheinen lässt. Der Kunststoff wird nicht entsorgt, sondern in Asche, Staub und Schlacke verwandelt, die zum Teil aufwändig als Sondermüll deponiert werden müssen. Müllverbrennungsanlagen sind auch nicht besonders effizient, weil der Brennstoff nicht optimal ist:

  • hoher Anteil nicht brennbarer Stoffe wie Glas und Metall
  • hohe Feuchte des Mülls, der dadurch aufwändig getrocknet werden muss
  • viele Kraftwerke ohne Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten (gleichzeitige Nutzung von Strom und Wärme)

Tipps zur Mülltrennung – wie lässt sich Plastik-Recycling verbessern?

Landet unser Müll doch bei einer Recycling-Firma, wird der Müll zunächst in einer Müllsortieranlage in getrennt. Dies Anlagen arbeiten mit unterschiedlichen technischen Verfahren, um Müllsorten zu unterscheiden und auszusondern. Magnete erkennen Metall, Laser unterscheiden Glasarten und mit Infrarot-Licht können verschiedene Kunststoffarten erkannt werden. Feuchter Abfall stört jedoch die Lichtsensoren, da der Müll Licht dann anders reflektiert. Auch Verpackungen, die aus unterschiedlichen Stoffen oder gar Plastikarten bestehen, können nicht getrennt werden.

Um den Müllsortieranlagen die Arbeit zu erleichtern, hier ein paar Tipps bei der Abfallsortierung zu Hause:

  1. Feuchtigkeit vermeiden: Verpackung möglichst trocken entsorgen, keine halbvollen Tetra-Packs oder Konservendosen entsorgen.
  2. Unterschieliche Stoffarten voneinader trennen: Recycling funktioniert nur sortenrein! Wo es also möglich ist, sollte alles getrennt werden (Deckel vom Tetra-Pack abschrauben, Aluminiumdeckel vom Yoghurt-Becher abziehen).
  3. Auch Recycling-fähiger Hausmüll gehört in die Gelbe Tonne: eigentlich ist sie nur für Verpackungen da, doch auch Hausmüll kann recyclingfähig sein. Der Sortieranlage ist es egal, dass die Plastik-Ente keine Verpackung ist und damit eigentlich nicht in die Gelbe Tonne gehört. Sie ist aus Kunststoff – genauso wie Kunststoffverpackung und damit kann auch die Ente recycelt werden.

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Stromverbrauch selbst berechnen: so berechnen Stromkostenrechner aus Strompreis und kWh die Stromkosten

Die durchschnittlichen Stromkosten von Haushaltsgeräten zu berechnen ist einfacher, als viele denken. Im Internet lassen sich viele Stromkostenrechner finden, die anhand der Leistung der Geräte, der Zeit und dem Strompreis die Energiekosten ausrechnen. Nichts anderes machen Stromkostenmessgeräte. Wer weiß, was Kilowatt pro Stunde (kWh) bedeutet, kann leicht selbst die Stromkosten von Haushaltgeräten berechnen und vergleichen.

Stromverbrauch: Kilowattstunde (kWh) – Watt pro Stunde

Auf jedem Haushaltsgerät ist die elektrische Leistung in Watt (W) angegeben. Sie beschreibt die Leistung, die das Gerät aufnimmt. Eine Wattstunde (Wh) ist damit die Energieaufnahme des Gerätes in einer Stunde, also das Produkt der Leistung (W) mit der Zeit (h). Da hier schnell große Zahlen erreicht werden, wird meist mit Kilowatt gerechnet. Eintausend Watt sind ein Kilowatt (1000 W = 1kW). Dementsprechend ist eine Kilowattstunde die Leistung in Kilowatt eines Gerätes pro Stunde. Dieser Wert ist wichtig, da auch der Strompreis in Cent pro Kilowattstunde angegeben wird. Eine Übersicht zum Strombedarf in Haushalten gibt es auch auf Wikipedia.

Beispiel: Stromkosten von einem PC mit 650W berechnen

Als Beispiel hier die Berechnung von einem PC mit dem effizienten PC-Netzteil, was im Vergleich zu seiner Leistung als besonders energiesparend gilt. Auf jedem elektrischen Gerät mit einem Netzstecker ist die maximale Leistungsaufnahme in Watt angegeben.

Das Netzteil hat eine Energieaufnahme von 650 W bzw. 0,65 kW. Der PC läuft täglich für 4 Stunden unter Volllast.

Stromverbrauch pro Tag = Leistung (kW) * Zeit (h) = 0,65 kW * 4 h = 2,6 kWh

Pro Tag braucht das Netzteil vom PC also 2,6 kWh. Bei einem Strompreis von 25 Cent pro kWh bzw. 0,25 € pro kWh ergeben sich die täglichen Stromkosten von:

Stromkosten pro Tag = Stromverbrauch (kWh) * Strompreis (Cent pro kWh) = 2,6 kWh * 25 Cent = 65 Cent

An einem Tag ergeben sich für den PC Stromkosten von 0,65 €. Pro Monat mit 30 Tagen sind dies schon 19,50 € und auf das Jahr bezogen ergeben sich Energiekosten von 234,00 €. Dieser Wert ergibt sich nur für das Netzteil vom PC. Werden Monitor, Sound-Anlage, Drucker oder anderes Computer-Zubehör über separate Netzstecker mit Strom versorgt, müssen extra Stromkosten berechnet werden.

Konstanten und variablen Stromverbrauch berechnen

Ein Gerät mit einem konstanten Stromverbrauch verbraucht immer die gleiche Leistung, egal wie es genutzt wird. Solch ein Gerät ist z.B. der Wasserkocher oder Lampen, die nicht dimmbar sind. Hier kann für die Berechnung der Stromkosten immer die angegebene Leistung genutzt werden. Haushaltsgeräte mit variablen Stromverbrauch verändern ihre Leistungsaufnahme. Ein Kühlschrank verbraucht nur Strom, wenn er aktiv kühlt. Steht er in einem warmen Raum, braucht er mehr Strom um den Inhalt auf die eingestellte Temperatur herunterzukühlen. Der Stromverbrauch einer Waschmaschine ist abhängig vom gewählten Waschprogramm und der Temperatur des Wassers. Auch Computer gehören zu den Geräten mit variablen Stromverbrauch.

Beim Beispiel von dem PC wurde bei der Berechnung angenommen, dass der Computer unter Volllast läuft. Dies bedeutet, er braucht die gesamte Leistung, die das Netzteil zur Verfügung stellt. Volllast erreichen Computer oft aber nur beim Spielen oder beim Bitcoin Mining. Im Leerlauf oder bei anspruchslosen Aufgaben wie Emails lesen oder Musik hören wird nicht die gesamte Leistung benötigt. Pauschale Prozentangaben können hier nicht gegeben werden, da die Werte mit der verendeten Hardware und Software stark variieren. Hier hilft nur: Messen!

Durchschnittlichen Stromverbrauch mit Stromkostenmessgerät messen

Ein Stromkostenmessgerät kann die momentane Leistungsaufnahme eines Gerätes ermitteln. Es wird zwischen Stromnetz und Verbraucher geschaltet. Was die Spreu vom Weizen trennt, ist die Genauigkeit. Viele Geräte verbrauchen auch Strom, wenn sie ausgeschaltet sind wie z.B. auch ATX-Netzteile. Auch das Ladegerät für ein Smartphone verbraucht Strom, wenn kein Smartphone angeschlossen ist.

Voltcraft Energy-Logger 4000 mit Datenlogger auf SD-Karte

Gute Stromkostenmessgeräte können auch kleine Ströme erkennen und richtig anzeigen. In Tests hat sich das Strommessgerät Energy-Logger 4000 von Voltcraft als brauchbar erwiesen. Es speichert die Messwerte auf einer SD-Karte und kann einen Stromverbrauch ab 1,5 W messen.

Strommessgeräte zur Berechnung der Stromkosten messen die momentane Leistung und die aufgenommene Leistung über einen Zeitraum. Wird der Strompreis eingespeichert, zeigen sie gleich die entstandenen Kosten an. Dabei bedienen sie sich den oben genannten Formeln. Wer sich kein Energiekostenmessgerät kaufen oder leihen kann, kann die Kosten auch selbst mit einem Taschenrechner berechnen. Bei Geräten mit variablen Stromverbrauch können dazu Näherungswerte bestimmt werden. Die Webseite www.stromverbrauch.info zeigt Richtwerte für TV-Geräte, Waschmaschinen, Kühlschränken und Gefrierschränken nach Hersteller und Modell an.


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Kastanien als ökologischem Waschmittel: die lokale Alternative zu Waschnüssen

Taugen Kastanien zum Wäsche waschen? Meine Erfahrung mit einem natürlichen Waschmittel vom Nachbarbaum.

Waschen mit Kastanien?

Ob als Bastelmaterial für Kinder oder als geschätzte Heilpflanze gegen verschiedene Krankheiten. Die Samen der Rosskastanie können vielseitig verwendet werden. Der hohe Gehalt an Saponin in den Kastanien machen sie auch für eine weitere Verwendung interessant: ökologisches Waschmittel.

Saponin als pflanzliches Waschmittel

Der lateinische Name für Seife „sapo“ deutet schon auf die Verwendung hin. Wie auch im indischen Waschsnussbaum enthalten die Samen der Rosskastanie diesen Stoff, um sich gegen Insektenfraß und Pilzbefall zu schützen. Dieser chemische Abwehrstoff hat aber auch die Funktion, zusammen mit Wasser eine fettlösende Waschlauge zu bilden. Genauso wie künstliche Waschmittel auch. Nur das hier die Natur die Herstellung übernimmt und nicht die chemische Industrie.

Waschen mit Kastanien – ein Erfahrungsbericht

Ich habe die Kastanien für diesen Versuch in der dritten Dezemberwoche gesammelt. Entgegen meiner Erwartungen waren diese leicht zu finden. Teilweise sind sie aber schon gut versteckt unter sich zersetzendem Laub oder wurden in Vertiefungen hineingedrückt.

Kastanien, geschält und zerschnitten für die Waschmaschine
Kastanien, geschält und zerschnitten für die Waschmaschine

Die Schalen habe ich anschließend geschält und mit dem Messer zerkleinert. Das Schälen war teilweise recht mühsam, da die Schale nach zwei Tagen im trockenem Zimmer schon recht hart war und sich nur in kleinen Stücken vom Kastanienkern lösten. Beim nächsten Versuch werde ich die Kastanien sofort nach dem Sammeln verarbeiten. Auf dem Niemblog habe ich gelesen, dass die Schale keine färbende Wirkung haben soll. Das heißt, dass das aufwändige Schälen sogar entfallen könnte. Beim nächsten Versuch werde ich sie als Ganzes zerkleinern und in der Waschmaschine testen.

mit Kastanien-Stücken gefüllter Waschbeutel
mit Kastanien-Stücken gefüllter Waschbeutel

Die kleingeschnittenen Kastanienkerne von sechs Kastanien habe ich dann in einem Kunstfaserbeutel mit in die Wäsche gegeben. So brauchte ich das Saponin nicht vorher in einem Glas mit Wasser herauszulösen, um es dann als Flüssigwaschmittel zu nutzen. Das spart Vorbereitungszeit.

Erfahrungsbericht

Mit dem Ergebnis war ich zufrieden. Ich hatte leicht verschmutzte Wäsche bei 50 Grad im Kurzwaschgang gewaschen. Überraschend war der Duft der Wäsche – diese roch absolut neutral. Das war für mich komisch, da ich die künstlichen Duftstoffe vom konventionellem Waschmittel gewohnt war. Die Kastanienstücke im Beutel dufteten nach dem Waschen angenehm nach frischen Sägespänen. Bei der Waschleistung gab es nichts zu kritisieren.

Fazit – Kastanien als nachhaltiges Waschmittel

Im Vergleich mit Wasch-Nüssen braucht die Kastanie keinen Vergleich zu scheuen. Es ist natürlich aufwändiger die Kastanien zu verarbeiten, als sie fertig im Bio-Laden zu kaufen. Dafür sind sie kostenlos und müssen nicht über den halben Planeten transportiert werden. Für die nächste Kastaniensaison heißt es große Mengen sammeln, sofort waschen und zerkleinern und dann anschließend trocknen. Damit können sie genauso genutzt werden wie Waschnüsse – nur noch ökologischer.


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Kochen im Bett ohne Kochsack oder Kochkiste

Energiesparend Kochen im Bett ohne einen Kochsack kaufen zu müssen? Diese Alternative zu Kochkiste oder Wonderbag nutzen schon unseren Großeltern. Milchreis kochen ohne Anbrennen.

Stromverbrauch beim Kochen

Der Herd ist einer der größten Energiefresser im Haushalt. Eine Kochplatte von einem modernen Ceran-Kochfeld verbraucht je nach Modell zwischen ein bis zwei Kilowatt pro Stunde (kW/h). Bei einem Strompreis von 0,27 Euro pro kW/h und einem Gericht, dass 30 Minuten auf einer Kochplatte mit 1,5 kW Leistung gekocht wird, entstehen Stromkosten von 20,25 Cent. Nun, das könnte beispielsweise ein Topf Nudeln sein. Kommt dafür noch ein Topf mit einer Tomatensoße dazu, dann kann das Kochen auf dem Herd schnell mal einen halben Euro kosten – nur für den Strom. Hier eine Anleitung, zu der Formel wie die Stromkosten berechnet werden.

Das Bett – die Alternative zu Kochkiste oder Kochsack

Als Kind hatte ich oft bei meinen Eltern beobachtet, dass sie einen Topf mit kochendem Milchreis in ein Handtuch eingeschlagen und in ein Bett gestellt haben. Durch die gute Isolation kocht der Milchreis im Bett weiter – ohne Energiezufuhr. Dies habe ich dann in den letzten Monaten auch mit Nudeln, Reis und Kartoffeln ausprobiert. Es klappt vorzüglich! Der Vorteil ist, dass nichts Anbrennen oder Überkochen kann. Durch das Garen im Bett bleiben auch mehr Vitamine erhalten, da die Temperatur beim Garen geringer ist. Der Nachteil ist die Eingewöhnungszeit. Es erfordert ein wenig Übung um den Zeitpunkt abzuschätzen, wann das Gericht fertig ist. Gewöhnungsbedürftig war zuerst auch, dass sich die Griffe am Topf erwärmen. Auch ein isolierter Topfgriff kann dabei heiß werden. Ein Kochlappen schafft Abhilfe. Persönlich empfinde ich das Kochen insgesamt stressfreier. Während die Sättigungsbeilage gart, habe ich Zeit mich auf  anderen Arbeiten in der Küche zu konzentrieren oder kann entspannt Zeitung zu lesen. Wer zum Kochen kein Bett zur Verfügung hat, kann auch einen Sessel und Kleidungsstücke zur Isolation nutzen. Ein paar Handtücher und eine Winterjacke funktionieren genauso gut. So lässt sich einfach ein Kochsack improvisieren.

Kochsack kaufen oder Kochkiste bauen

Wer es professioneller mag, kann sich auch eine Kochkiste bauen. Dies ist eine gut isolierte Kiste mit Decken, in die der Topf gepackt wird. Die Großeltern werden vielleicht sogar selbst eine gehabt haben. In der Nachkriegszeit war Brennmaterial teuer und energiesparendes Kochen deshalb die logische Konsequenz. Wer es einfach mag, kann sich einen fertigen Kochsack kaufen.

Kochsack oder Wonderbag für Töpfe bis 40cm

Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich um einen gut isolierten Stoffsack, in den der Topf gestellt wird. Vertrieben wird er unter dem Namen Wonderbag. Alternativ wird gibt es auch eine schönes Video-Tutorial zum Nähen. Ein Kochsack lässt sich aber auch leicht improvisieren: ein paar Stoff-Tragebeutel ineinander legen und den Topf reinstellen. Wieder mit ein paar Handtüchern umhüllen und fertig ist der Low-Tech-Kochsack.

Energie sparen beim Kochen: Wasserkocher und Deckel nutzen

Auch auf dem Herd lässt sich Energie sparen, bevor der Topf ins Bett oder in den Kochsack kommt. Statt das Wasser im Topf zum Kochen zu bringen, sollte dafür der Wasserkocher genutzt werden. Dieser erwärmt das Wasser effizienter als der Ceran-Herd. Und wer mit Deckel auf dem Topf kocht, der oder die reduziert zusätzlich noch die Kochzeit, da die Wärme besser im Topf gehalten wird. Doch Nudeln kochen gerne über, wenn der Deckel nicht zeitweise abgehoben wird. Das bedeutet, die gesamte Kochzeit vor dem Herd zu verbringen zu müssen.


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8 Wege für den Alltag Fluchtursachen weltweit zu bekämpfen

Steigende Asylanträge, überfüllte Flüchtlingsheime und eine durch Frontex abgeriegelte EU-Grenze führen dazu, dass sich Flüchtlinge in die Hand von Schleppern begeben müssen. Warum flüchten sie und was hat das mit uns zu tun?

Verantwortung der Industrienationen

Unsere Verantwortung für die Flucht von anderen Menschen ist drückender, als den meisten von uns bewusst ist. Krieg und Armut sind die häufigsten Fluchtursachen. Unser Lebens- und Konsumstil ist eng mit der Wirtschaft in anderen Staaten verknüpft. Lebensmittel, Haushaltswaren und Rohstoffe kaufen wir im Ausland und beeinflussen damit die Lebenssituation der dortigen Bevölkerung. Wir profitieren von schwachen Gewerkschaften und korrupten Regierungen. Dies führt zu schwachen Umweltschutzauflagen und Arbeitsbedingungen, die hier undenkbar wären.

Mit diesen acht Handlungsmöglichkeiten kann jeder in seinem Alltag Fluchtursachen bekämpfen

Kein Mensch flüchtet freiwillig. Die Risiken einer Flucht erleben wir tagtäglich in den Nachrichten. Sie kostet den Flüchtlingen im günstigsten Fall einige Tausend Euro und viele Strapazen, im schlimmsten Fall das eigene Leben. Dabei sind die Fluchtursachen vielfältig – Flucht vor Krieg, Verfolgung, Gefahr für Leib und Leben durch Armut oder den Folgen des Klimawandels. Alles lebensbedrohliche Zustände welche die Risiken einer Flucht als weniger bedrohlich erscheinen lassen, als das Bleiben und Erdulden der Lebenssituation vor Ort.

Krieg und Armut als häufigster Fluchtgrund

Laut einer Studie des UN-Flüchtlingshilfswerkes (UNHCR Global Trends. Forced Displacements in 2014) waren mehr als die Hälfte aller Flüchtling Opfer von Krieg und Vertreibung. 56% aller Flüchtlinge weltweit stammen aus nur drei Ländern: Syrien, Afghanistan und Somalia. Dicht gefolgt vom Sudan, Süd-Sudan und der Demokratischen Republik Kongo. Alles Länder in denen Krieg herrscht bzw. bewaffnete Konflikte die Menschen in die Flucht treiben. Eine direkte Folge von Krieg ist Armut. Menschen müssen ihre Häuser, Felder oder Arbeitsmöglichkeiten zurücklassen, um ihr Leben zu schützen. Gleichzeitig verlieren sie damit aber auch die Grundlage sich selbst zu versorgen. Darüber hinaus zerstört Krieg auch die Infrastruktur einer Volkswirtschaft. Kaputte Straßen, Wasser- und Abwasserversorgung oder ein schlechtes Telefon- und Stromnetz erschweren den Wiederaufbau. Armut ist eine logische Folge von Krieg.

Krieg fängt auch in Deutschland an – Rüstungsproduktion

Kriege ohne Waffen sind schwer vorstellbar. Kleinwaffen (Pistolen, Maschinen- und Sturmgewehre) und leichte Waffen wie Granatwerfer, Mörser oder Panzerabwehrwaffen werden als die neuen Massenvernichtungswaffen der Neuzeit bezeichnet. Laut der Kampagne Aufschrei Waffenhandel kommen täglich 2000 Menschen durch Waffengewalt ums Leben – 95% davon durch Kleinwaffen. Und die deutsche Industrie als drittgrößter Kleinwaffenexporteur der Welt verdient daran kräftig mit. Das Rüstungskontrolle nicht funktioniert, zeigt die Realität: das von der deutschen Firma Heckler & Koch entwickelte Sturmgewehr G3 wird auch von ISIS, Hisbollah, Al-Nusra-Front und dem Assad-Regime eingesetzt. Auch im Balkankrieg und dem Darfur-Konflikt im Sudan wurde das Gewehr eingesetzt („Man schießt deutsch“.). H&K ist leider kein Einzelfall – Tausende von Pistolen des Typs SP2022 aus der Rüstungsschmiede Sig Sauer aus Eckernförde gelangten über den Umweg USA in das Bürgerkriegsland Kolumbien. Dies obwohl es für Kolumbien keine Exportgenehmigung gab und das US-Außenministerium im Endverbleibszertifikat zugesichert hat, dass die Waffen in den USA bleiben („Kolumbien-Connection„).

Soldaten aus Burundi, teilweise ausgerüstet mit deutschen Sturmgewehren vom Typ H&K G3 vor ihrem Einsatz in Somalia
Soldaten aus Burundi, teilweise ausgerüstet mit deutschen Sturmgewehren vom Typ H&K G3 vor ihrem Einsatz in Somalia (Quelle: US Army Africa CC BY 2.0)

Flucht vor Armut

Auch Armut stellt eine Lebensbedrohliche Situation dar. Oft werden diese Flüchtlinge abwertend als Wirtschaftsflüchtlinge bezeichnet. Damit werden die Gefahren für Leib und Leben verharmlost und diesen Menschen eine legitime Anerkennung als Flüchtlinge aberkannt. Doch eine wirtschaftliche Situation, die eine wirksame Krankheitsbehandlung verhindert oder Menschen in krankmachenden Lebenssituationen zwingt, kann genauso tödlich sein wie politische Verfolgung und Krieg. Ein Faktor für Armut ist beispielsweise der Klimawandel. (Klimaflüchtlinge: Flüchtlinge auf der Flucht vor dem Klimawandel) Aber auch Arbeit unter unmenschlichen Bedingungen, Umweltverschmutzung, Kriminalität oder Arbeitslosigkeit sind legitime Gründe für eine Flucht.

Wie kann man Fluchtursachen bekämpfen? – Handlungsmöglichkeiten

1. Rüstungsfirmen finanziell austrocknen – kein Konto bei Banken, die Rüstung fördern

Verschiedene Alternativ-Banken schließen kategorisch den Handel mit Finanzprodukten von Rüstungsfirmen aus. Sie wählen nach ethischen und ökologischen Kriterien ihre Anlagestrategien aus. Rüstungskonzerne schließen sie systematisch in ihren Investitionskatalog aus. Rüstungs-Banken kündigen und Giro- und Spar-Konto bei einer ethischen Bank nutzen, die keine Finanzgeschäfte mit Rüstungsfirmen tätigen!

2. Aktiver Klimaschutz –Ökostrom nutzen 

Durch den Klimawandel breiten sich Überschwemmungen, Dürren, Unwetterereignisse und Krankheiten aus. Diese bedrohen die Existenz von Millionen Menschen. Den Treibhauseffekt eindämmen, heißt Fluchtursachen bekämpfen. Auch die Folgen des Klimawandels (Klimaflüchtlinge) stellen Fluchtursachen dar. Wichtigster Ansatzpunkt ist dabei den eigenen Strom nur aus erneuerbare Energien zu beziehen. Ökostrom nutzen (Strom aus Photovoltaik und Windkraft, statt aus Kohle- und Atomkraftwerken).

3. Bodenschätze schonen – Umweltzerstörung reduzieren

Im Osten von der Demokratischen Republik Kongo liefern sich bewaffnete Rebellengruppen seit Jahre Gefechte, die sie durch den Abbau von Bodenschätzen finanzieren, die für die Elektroindustrie von Bedeutung sind. In Sierra Leone werden ganze Dörfer für den Abbau von Diamanten und Bauxit (Aluminiumerz) vertrieben. In Mali flieht ein Großteil der Bevölkerung in den Bergbaugebieten wegen der schlechten Arbeitsbedingungen und der Umweltverschmutzung durch den Goldabbau. Mehr dazu bei Medico – Fluchtursache Reichtum Bodenschätze, Armut und die Bewegungen der Migration im westlichen Afrika.

  • Elektrogeräte und Haushaltswaren länger nutzen, falls nötig z.B. in Repair-Cafes reparieren
  • Tauschen und teilen statt kaufen: Möglichkeiten der Share-Economy nutzen durch, Tauschbörsen oder Carsharing

4. Nahrungssouveränität fördern

Hunger ist in vielen Regionen der Welt ein Problem. Durch Dürren oder intensiver Landwirtschaft kommt es zu Bodenerosion und damit Verlust von fruchtbarem Boden. Länder mit ausreichend Geld aber fehlenden Ackerflächen kaufen in anderen Ländern Ackerfläche auf. Die dortige Bevölkerung kann mit der Kaufkraft dieser Länder nicht konkurrieren und wird verdrängt. Dieses Phänomen wird als Land-Grabbing bezeichnet. Die Förderung von Agrartreibstoffen verdrängt Anbaukapazität für Lebensmittel und lässt die Preise für Grundnahrungsmittel steigen. Doch auch die Überfischung der Meere führt zu Hunger. Viele ehemaliger Fischer an der Küste von West- und Ostafrika können vom Fischfang nicht mehr leben, weil europäische Fischereiflotten die Meere leergefischt haben – dies treibt sie in die Piraterie oder sie nutzen ihre Boote für Flüchtlingstransporte. Was können wir tun um dies zu verhindern?

  • mehr Bio-Lebensmittel und Fairtrade-Produkte kaufen
  • weniger Fleisch konsumieren, das Soja für die Tiermast lieber direkt essen – das schützt auch die Umwelt hier in Deutschland und braucht weniger Ackerfläche weltweit)
  • reduzierter und bewusster Fischkonsum (hier hilft der Einkaufsratgeber von Greenpeace bei der Entscheidung welcher Fisch unbedenklich ist)

Fazit: Jeder kann einen Teil dazu beitragen, Fluchtursachen zu bekämpfen

Auch wenn die Bekämpfung von Fluchtursachen im Angesicht der Ausmaße unmöglich erscheint, haben doch viele kleine Handlungsmöglichkeiten ein Änderungspotential wenn sie von vielen Menschen angewendet werden. Durch die enge Verflechtung unserer Konsumgüter mit den Herstellungsbedingungen in anderen Weltteilen, steuern wir auch die Art und Weise wie die Dinge produziert werden. Will ich hohe Zinsen bei einer Bank, die mit Rüstungsgeschäften Gewinne macht? Will ich den billigsten Strom, auch wenn er durch Kohleverbrennung den Klimawandel einheizt? Ist es mir egal, wie die Leute bezahlt werden, die meine Klamotten oder Mobiltelefone produzieren? Fair-Trade, klimabewusste Ernährung und ethische Geldanlage können viel verändern. Aber nur, wenn viele sich dessen bewusst sind und selbst etwas ändern wollen.


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Upcycling: ein günstiger DIY-Campingkocher aus Dosen im Eigenbau

Kleiner, leichter, vielseitiger! Im Test mit Gaskochern haben Spiritus-Kocher eindeutige Vorteile: Brennstoff gibt es fast überall und Spiritus kostet nur ein Bruchteil von Gaskartuschen. Diese Bauanleitung zeigt, wie aus Konserven- und Getränkedosen ein leistungsstarker Brenner für die Ferien gebaut werden kann.

Kartusche leer: vom Gaskocher im Stich gelassen

Mich nervte es immer nicht zu wissen, wie viel Gas noch in der Kartusche ist. Hielt sie noch ein paar Tage durch? Falls nicht, bekomme ich in der nächsten Stadt eine Ersatzkartusche, die für meinen Kocher passt? Auf der Suche nach Alternativen bin ich dann auf Spirituskocher gestoßen. Spiritus gibt es in jeder Drogerie und es ist im Gebrauch ungiftiger als Benzin. Der Standardkocher auf diesem Gebiet ist der Trangria Kocher.

Trangia Spiritusbrenner Sturmkocher

So gut dieser Kocher auch ist, so schwer ist er auch. Einziger Vorteil: er kann samt Spiritus im inneren zugeschraubt werden. Sein Funktionsprinzip ist recht simpel und kann mit einfachem Werkzeug leicht nachgebaut werden.

Selbstbau aus Verpackungsresten als ökologische Alternative

Seit dem ich dann vor einigen Jahren anfing, mit selbstgebauten Campingkochern zu experimentieren, vereise ich nicht mehr ohne sie. Meine ersten Spiritus-Kocher habe ich nach der Seite Zen-Stoves gebaut. Sie gibt einen guten Überblick über die verschiedensten kommerziellen und DIY-Campingkocher und bietet viele Bauanleitungen. Mit der Zeit habe ich die Bauanleitungen vereinfacht und nutze andere Materialien wie z.B. Getränkedosen in Kombination mit Konserven. Das macht die Kocher wesentlich stabiler und sie lassen sich leichter zusammenbauen.

Das Grundprinzip der Spirituskocher

Die einfachsten Spirituskocher sind Schalen unter dem Kochtopf, in die Spiritus geschüttet wird. Diese brennen mit recht großer, unregelmäßiger Flamme schnell ab und sind recht ineffizient.
Die hier beschriebenen Brenner sind einen Schritt weiter: in ihnen wird der Spiritus erst erhitzt und tritt dann dampfförmig aus den Düsen aus. Dort kommt der Spiritus mit Sauerstoff in Kontakt und verbrennt in gleichmäßigen, kleinen Flammen aus dem Düsenring.

Material- und Werkzeugliste

  • 2 Getränkedosen 0,33l
  • 1 Konservendose 7,1 cm hoch / 6,4 cm Durchmesser (z.B. Erbsen)
  • Cutter-Messer
  • Schere, Blechschere
  • Seitenschneider
  • Lineal, Stift
  • Pin-Nadel oder kleiner Nagel
  • Handschuhe (Schnittkanten an Dosen)
  • Sandpapier (optional – zum Schleifen der Schnittkanten und zum Entfernen der Werbung auf den Dosen)
Teile des Kochers in der Reihenfolge, wie sie später zusammengesteckt werden: Bodenelement, Bodenpfanne, Innenwand, Brennerspitze
Teile des Kochers in der Reihenfolge, wie sie später zusammengesteckt werden: Bodenelement, Bodenpfanne, Innenwand, Brennerspitze

1. Bodenelement

Von der Konservendose das Etikett und den Klebstoff restlos von der Dose entfernen. Bei der Konservendose dann in 3,1cm Höhe mit der Blechschere die untere Hälfte abtrennen. Diese wird später das Bodenelement. Später wird die Brennerspitze aus einer Getränkedose darüber gestülpt. Um diesen Vorgang zu erleichtern wird alle 5mm die Schnittkante mit dem Seitenschneider leicht nach innen gebogen.

Rand des Bodenelementes mit dem Seitenschneider nach innen biegen
Rand des Bodenelementes mit dem Seitenschneider nach innen biegen

2. Bodenpfanne

Diese dient der unteren Halterung der Innenwand und besteht aus dem Boden (ca. 7mm Höhe) einer Getränkedose.

3. Innenwand

Aus der Mantelfläche einer Getränkedose ein rechteckiges Stück von der Größe 17cm x 3,1cm schneiden. Bei einer langen Seite nach 1cm den Streifen bis zur Hälfte einschneiden. Auf der gegenüberliegenden Seite dann bei 16,1cm auch wieder den Streifen bis zur Hälfte einschneiden. Dieser Streifen kann dann zusammengebogen und die beiden Einschnitte ineinandergeschoben werden – so entsteht die Innenwand, die genau in die Auswölbung von Bodenpfanne und Brennerspitze passt. Als letzten Schritt aus der Innenwand unten kleine Dreiecke von ca. 4mm2 herausschneiden, damit der Spiritus in die Zwischenkammer fließen kann.

4. Brennerspitze

Aus einer Getränkedose das Bodenstück herausschneiden. Die Gesamthöhe der Brennerspitze ist 3,6cm. Anschließend in der Mitte des Bodens mit der Pinnnadel ein Loch stechen. Aus diesem kann später die Luft entweiche, wenn die Brennerspitze über das Bodenelement geschoben wird.

5. Campingkocher zusammenbauen

Präzisionsarbeit ohne Klebstoff, die Teile halten später nur durch ihre Reibung
Präzisionsarbeit ohne Klebstoff, die Teile halten später nur durch ihre Reibung

Dies ist der schwierigste Schritt, da die Teile an Ort und stelle bleiben müssen und nur Bruchteile von Millimetern Platz ist. Um das Zusammenschieben zu erleichtern kann die Außenfläche des Bodenelementes mit Seifenwasser geschmiert werden. Um bei einer hakeligen Kante die Führung zu erleichtern kann ein Stück aus einer Getränkedose abschnittsweise zwischen die beiden Teile geschoben werden. Hier ruhig geduldig immer wieder probieren, bis es passt. Keine Gewalt und nur behutsam drücken beim Zusammenschieben.

6. Düsenring stechen

16 Düsenöffnungen für den gasförmigen Spiritus die kleinen Jets am Rand bilden
16 Düsenöffnungen für den gasförmigen Spiritus die kleinen Jets am Rand bilden

Alle 1,3cm ein Loch in die Brennerspitze als Düsenring stechen. Hier hat sich gezeigt dass Löcher mit der Pinnnadel zu klein sind – diese dann später mit einem kleinen Nagel vergrößern.

7. Zentrales Heizloch

Heizloch herausschneiden, immer wieder die Rille vertiefen bis das Cutter-Messer durch den Boden stößt
Heizloch herausschneiden, immer wieder die Rille vertiefen bis das Cutter-Messer durch den Boden stößt

Zum Schluss die zentrale Wanne aus der Brennerspitze herausschneiden. Hier mehrfach eine Rille mit dem Cutter-Messer entlang des Rands ziehen, bis die Wanne eingedrückt werden kann.


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Grüner Reisen – Last Minute in den Öko-Urlaub ohne schlechtes Gewissen?

Sommerurlaub am Meer. Tausende von Touristen zieht es jedes Jahr in den Sommerferien an die Ostsee. Doch wie wirkt sich ein solcher Urlaub auf das Klima aus? Vom Flugzeug bis zum Fahrrad – wer noch einen Last Minute Urlaub plant, kann auch mit der Wahl des Verkehrsmittels ein Zeichen für den Klimaschutz setzen. Treibhausgas-Emissionen am Beispiel einer Reise von Köln an die Ostsee: Eine Öko-Bilanz.

Öko-Bilanz von Verkehrsmitteln: Von Kilogramm und Kilometern

Flugzeug, Bus und Auto tanken Treibstoff. Ein Zug fährt mit Strom, der aus von den Kraftwerken stammt und ein Fahrrad wird mit Muskelkraft betrieben, die aus unserem Körperfett stammt. Bei allen Energieumwandlungsprozesse entstehen klimarelevante Treibhausgase. Ob nun bei der Verbrennung von Treibstoff in Automotoren oder Flugzeugturbinen, bei der Kohle- oder Gasverfeuerung in Kraftwerken oder bei der Zellatmung in unserem Körper. Das Ergebnis ist in jedem Fall Kohlendioxid (CO2) und andere Gase. die den Treibhauseffekt beschleunigen. Alle Gase, die sich schädlich auf das Klima auswirken werden als CO2 – Äquivalent zusammengefasst. Damit muss nicht jedes einzelne Gas mit seinem höchst spezifischen Einfluss auf den Treibhauseffekt einzeln aufgeführt werden. Die Gase werden alle auf die Eigenschaften von CO2 berechnet – die Geburt des CO2 – Äquivalentes.

Kondensstreifen durch Abgase von Flugzeugen am Himmel über Wiesbaden
Kondensstreifen durch Abgase von Flugzeugen am Himmel über Wiesbaden (Quelle: Martin Fisch CC BY-SA 2.0)

Die folgende Tabelle listet die einzelnen Verkehrsmittel nach ihren Treibhausgas-Emissionen pro Person und Kilometer auf:

Verkehrsmittel CO2 – Äquivalente pro km in Gramm
Flugzeug 230,7
Pkw 142,3
Zug 45,2
Reisebus 30,3
Fahrrad 21,0

Datenmaterial stammt vom Umweltbundesamt 2012 ausgenommen die Angaben vom Fahrrad (CO2-Ausstoss eines 70kg-schweren Radfahrers bei 16km/h Geschwindigkeit)

Das ökologischste Verkehrsmittel ist das Fahrrad, dicht gefolgt vom Reisebus und der Bahn. Dann passiert erst einmal nichts und dann kommt das Auto. Den Preis als umweltschädlichstes Verkehrsmittel bekommt das Flugzeug. Besonders beim Start und im Steigflug verbraucht es den meisten Treibstoff. Deswegen sind Inlandsflüge oder allgemein kurze Flüge am klimaschädlichsten, weil sie fast nur aus Start und Landung bestehen. Erst in seiner Reiseflughöhe erreicht ein Flugzeug in der entsprechenden Geschwindigkeit seinen sparsamsten Treibstoff-Verbrauch.

Von Köln an die Ostsee – CO2 Ausstoß durch die Reise

Zurück zu der Reise von Köln an die Ostsee. Start der Reise ist der Flughafen Köln/Bonn und es geht nach Laage bei Rostock an der Ostsee.

Verkehrsmittel Entfernung in km CO2 – Äquivalente in Kilogramm
Flugzeug 490 113,0
Pkw 621 88,4
Zug 621 28,1
Reisebus 621 18,8
Fahrrad 590 12,4

Tabelle: Die Entfernungen wurden mit Google-Maps berechnet (für das Fahrrad ist die Route direkter und damit kürzer als über den Umweg Autobahn)

Wie viel CO2 – Emission kann sich jeder Mensch erlauben?

Der Treibhauseffekt ist einfach: je mehr Treibhausgasse in der Atmosphäre sind, desto schneller erwärmt sie sich. Die Folgen sind Abschmelzen der Polkappen und Gletscher und damit Überschwemmungen der Küstenregionen und Inseln. Das Wetter wird verrückt spielen, was zu Stürmen, Unwetter und mancherorts zu Dürren führen wird. Langfristig werden durch die Erwärmung die Nahrungsketten zusammenbrechen, weil Flora und Fauna unwiederbringlich zerstört werden. Und damit hat sich die Menschheit selbst ausgerottet – die Natur wird sich bestimmt in einigen Tausend Jahren wieder erholen.

Um das zu verhindern wurde ausgerechnet, wie viel CO2 – Äquivalente durch uns noch produziert werden können. Um die Erwärmung auf zwei Grad Celsius im globalen Durchschnitt zu begrenzen, steht jedem Menschen pro Jahr 2700 kg zu. Aber auch hier streiten sich die Experten, ob dies nicht schon zu viel ist. Wenn wir also eine Flugreise von Köln an die Ostsee buchen (Hin- und Rückflug), dann sind das schon 226 kg, was gut 8,4% von unserem jährlichen Budget sind. Das hört sich noch erträglich an. Aber gemessen daran das in Deutschland pro Kopf jährlich schon knapp 2000 kg CO2  – Äquivalente für die Heizung im Winter anfallen und circa 750 kg für unseren jährlichen Stromverbrauch verbraucht werden, bleibt schon jetzt nichts mehr für eine Flugreise übrig.

Möglichkeiten nachhaltig zu Reisen – Ablasshandel durch CO2 -Offsetting

Wer nicht auf die Reise mit Flugzeug und Pkw verzichten kann oder möchte, für den gibt es inzwischen viele Möglichkeiten des Ausgleiches. Für Flugreisen bietet die gemeinnützige Organisation Atmosfair einen Klimaschutz-Ausgleich an. Auf der Website kann die Menge an CO2  pro Flug berechnet werden. Um dies Auszugleichen werden die Kosten ermittelt um diese Menge durch ein Klimaschutzprojekt (z.B. Förderung regenerativer Energien) wieder zu kompensieren. Für einen einfachen Flug von Köln nach Laage sind das circa 6 €.

Ähnliche Projekte bieten auch Buslinien und die Bahn an. Durch einen Mehrbetrag bei der Fahrkarte soll die Fahrt CO2-neutral sein.

Und sich jetzt durch sein schlechtes Gewissen nicht mehr nach Mallorca traut: von Köln ist sind die Balearen auch per Bahn mit dem Thalys über Paris und dann mit dem Elipsos-Nachtzug nach Barcelona (Spanien) zu erreichen. Von dort aus geht es dann bequem per Fähre nach Malle.


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Klimaflüchtlinge: Flüchtlinge auf der Flucht vor dem Klimawandel

Klimaflüchtlinge sind Armutsflüchtlinge – denn sie können sich nicht vor den Folgen des Klimawandels schützen. Armut ist genauso bedrohlich wie Krieg oder Vertreibung. Warum fällt es so schwer, Klimaflüchtlinge als legitime Flüchtlinge anzuerkennen?

Flüchtling – Definition der Genfer Flüchtlingskonferenz

Das internationale Standardwerk, worauf sich auch die Gesetzgebung in Deutschland bezieht ist die Genfer Flüchtlingskonvention von 1967. Dieser Vertrag definiert wer ein Flüchtling ist und welchen Schutz er durch die Unterzeichnerstaaten genießt. Laut dieser Definition ist ein Flüchtling eine Person, die „aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will“.

Anerkannte Fluchtgründe, die zu einem Flüchtlingsstatus und damit den Schutz durch das Zielland nach sich ziehen gelten damit nur für Menschen, die aufgrund :

  • ethnischen Zugehörigkeit
  • Religion
  • Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe
  • politische Überzeugungen

verfolgt werden oder die begründete Furcht haben, verfolgt zu werden und durch die Institutionen ihres Herkunftsstaates nicht geschützt zu werden.

Genfer Flüchtlingskonvention vs. Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Nicht geschützt werden Menschen, die aufgrund von Armut ihre Heimat verlassen, weil ihr Staat sie nicht davor schützen kann. Armut ist aber auch lebensbedrohlich! Wenn eine sichere Wohnsituation, gesunde Ernährung oder medizinische Versorgung nicht möglich ist oder nicht bezahlt werden kann, ist es mir doch egal ob ich durch Verfolgung sterbe oder durch Armut. Doch Armut ist kein anerkannter Fluchtgrund. Das UNHCR (Flüchtlingsschutz-Organisaton der Vereinten Nationen) unterscheidet zwischen echten Flüchtlingen und sogenannten „Wirtschaftsmigranten“ und argumentiert:

Ein Migrant verlässt seine Heimat üblicherweise freiwillig, um seine Lebensbedingungen zu verbessern. Sollte er zurückkehren, genießt er weiterhin den Schutz seiner Regierung. Flüchtlinge hingegen fliehen vor drohender Verfolgung und können unter den bestehenden Umständen nicht in ihr Heimatland zurückkehren.“

Knackpunkt ist hier also das Wort „Verfolgung“. Armut ist keine Verfolgung, auch wenn trotzdem Menschen sterben. Diese Interpretation wird umso fragwürdiger, wenn wir ein anderes internationales Vertragswerk dagegen halten. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte besagt in Artikel 25 Absatz 1:

Jeder hat das Recht auf einen Lebens­stan­dard, der seine und seiner Fam­i­lie Gesund­heit und Wohl gewährleis­tet, ein­schließlich Nahrung, Klei­dung, Woh­nung, ärztliche Ver­sorgung und notwendige soziale Leis­tun­gen, sowie das Recht auf Sicher­heit im Falle von Arbeit­slosigkeit, Krankheit, Inva­lid­ität oder Ver­witwung, im Alter sowie bei ander­weit­igem Ver­lust seiner Unter­haltsmit­tel durch unver­schuldete Umstände.“

Armut kann selbst verschuldet sein. In den meisten Fällen ist Armut allerdings kein individuelles Schicksal sondern ein gesellschaftlich organisierter Zustand. Kurz gesagt, in einer Gesellschaft profitieren Menschen von der Armut anderer und nutzen ihren Reichtum um diesen Zustand beizubehalten. Damit kommen wie zu den Folgen des Klimawandels, der ja auch ein unverschuldeter Umstand ist. Zumindest in den Regionen, die am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind. Reiche Staaten können ihre Bürger vor den Folgen schützen. Beispielsweise können die Niederlande durch Deichbau die Flutgefahr reduzieren. In anderen Staaten steht die Bevölkerung vor der Wahl, entweder in sichere Gebiete umzusiedeln, also zu flüchten, oder sich ihrem Schicksal zu ergeben.

Die Folgen des Klimawandels führen zu Klimaflüchtlingen

Durch den Menschen-gemachten Treibhauseffekt heizt sich die Atmosphäre auf. Obwohl es nur wenige Grad Celsius sind, haben diese aber katastrophale Folgen für den gesamten Planeten. Die Karte zeigt einige der Folgen des Klimawandels südlich von Europa.

Demonstrant auf dem internationalen Aktionstag gegen den Klimawandel (ItzaFineDay CC BY 2.0)
Demonstrant auf dem internationalen Aktionstag gegen den Klimawandel (ItzaFineDay CC BY 2.0)

Anstieg der Meeresspiegel und die Folgen

Die Eispanzer an den Polkappen schmelzen und führen zum Anstieg der Meeresspiegel. Dies betrifft alle Küstenregionen, wo die Mehrheit der Menschen leben. Besonders schlecht sieht es für Inseln, die nur knapp über dem Meeresspiegel liegen. Diese werden komplett verschwinden wie z.B. Tuvalu oder die Malediven. Zusätzlich gehen auch küstennahe Ackerflächen für Nahrungsmittelproduktion verloren, da diese durch das Salzwasser unbrauchbar werden. Durch den Anstieg der Meeresspiegels und starke Niederschläge sind besonders große Flussmündungen (Deltas) von Überschwemmungen und Versalzung betroffen. Siedlungsgebiete an den Fluss-Deltas vom Nil, Mekong oder dem Brahmaputra, an den Millionen von Menschen leben, werden damit unbewohnbar.

Extreme Wetterereignisse: el Niño

Durch das wärmere Klima kann die Luft mehr Wasserdampf speichern. Zusätzlich ändern sich die Druckunterschiede. Das Gefüge der globalen Luftströmungen ändert sich und damit nehmen Unwetterphänomene wie El Niño / La Niña zu. Dies führt zu extremen Wetterlagen wie Dürren, Stürme oder starke Niederschläge in kurzer Zeit. Der Wirbelsturm Katrina zeigte 2005 im Süden der USA wie anfällig auch eine reiche Nation gegenüber Unwetterereignissen ist.

Ausbreitung von Krankheiten

Durch die Veränderung der Temperaturen verändern sich auch die Gebiete in den bestimmte Krankheiten vorkommen. In der Grafik sind nach Hochrechnungen die Gebiete rot markiert, in denen es im Jahr 2050 auch zu Malaria-Ausbrüchen kommen wird. Damit vergrößert sich das Gebiet, in dem die Anopheles-Mücken überleben können. Wenn diese mit Plasmodien befallen sind, übertragen sie diese mit ihrem Stich und tragen damit zur Verbreitung der Malaria bei. Dies gilt aber nicht nur Malaria, auch für das Denguefieber wird befürchtet, dass es in Europa heimisch werden kann.

Klimawandel als Fluchtgrund nicht anerkannt

Als einziger Staat hat bisher nur Neuseeland den Klimawandel als Fluchtgrund anerkannt. Im Juni 2014 hat eine Familie aus dem Inselstaat Tuvalu Flüchtlingsschutz erhalten. Eine Abschiebung nach Tuvalu kam aus humanitären Gründen nicht in Betracht, da durch den Anstieg des Meeresspiegels Tuvalu im Ozean versinken wird.

Diese Regelung sollte auch rechtlich bindend in den Genfer Flüchtlingskonvention aufgenommen werden und damit in nationales Recht eines jeden Staates werden, der diese Konvention unterschrieben hat. Ziel sollte es sein, dass Flucht immer dann anerkannt wird, wenn die allgemeinen Menschenrechte an einem Ort nicht mehr durchgesetzt werden können.


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Ein ökologischer Gartenzaun zum Nulltarif im Selbstbau

Foto: Weidenzaun mit sich überkreuzenden Weidenstecklingen (Quelle: TransitionsBlog.de CC-BY-SA)

Vor neugierigen Blicken hilft ein Sichtschutz. Der Handel bietet viele Möglichkeiten, vom hölzernen Lamellenzaun bis zum Maschendrahtzaun. Für viel Geld kann man kiloweise Schrott nach Hause fahren. Warum nicht einen kostenlosen Zaun bauen, der eine Bereicherung für die biologische Artenvielfalt darstellt, sich selbst repariert und am Ende seiner Lebenszeit nicht entsorgt werden muss? Ein Weidenzaun zum selber bauen.

Weidenstecklinge vorbereiten

Als Materialspender eignen sich besonders Kopfweiden. Diese haben viele Triebe, welche auch noch in entspannter Arbeitshöhe abgesägt werden können. Die Ruten sollten an ihrer dünnsten Stelle mindestens 3cm Durchmesser haben. Mit einem Messer ist da nichts mehr zu machen. Weidenholz ist auch ein sehr biegsames Holz. Abbrechen der Triebe führt zu starken Verletzungen des Baumes. Mit einer scharfen Grünholzsäge nur so viele Triebe entfernen, dass dem Baum noch genügend Blattwerk für sein Weiterleben bleibt. Mit einem Messer die Triebspitze, Zweige und Blätter entfernen. Zusätzlich kann auch noch die untere Schnittkante angeschrägt werden. Für meinen Sichtschutz habe ich die Ruten auf zwei Meter Länge geschnitten.

Anwurzeln der Stecklinge im Wasser

Manche lassen diesen Schritt aus und setzen die frisch geschnittenen Stecklinge direkt in den Boden. Ich ziehe es vor, meinen Stecklingen einen Vorsprung zu geben: zum Anwurzeln stelle ich sie circa zwei Wochen in einen Wassereimer. Sobald die ersten Wurzeln sich zeigen kann es weitergehen.

 

Weidenruten mit Wurzelansätzen
Weidenruten mit Wurzelansätzen

Setzen der Stecklinge

Die Stecklinge werden mindestens 30cm tief in die Erde gepflanzt. Dabei darauf achten, dass die feinen Wurzelansätze nicht abbrechen. Leichter geht dies wenn jemand hilft: eine Person hält den Steckling in gewünschter Position, die andere füllt die Löcher mit Erde auf. Ich habe meine Steckling schräg gepflanzt damit sie sich gegenseitig überkreuzen. An den Kreuzungen habe ich die Steckling mit einem Baumwollband zusammengebunden. Hoffentlich wachsen sie in Zukunft an dieser Stelle zusammen.

Gießen des Zaunes

Besonders in den ersten Tagen braucht der Zaun viel Wasser. Wenn die Wurzeln lang genug gewachsen sind, versorgt sich der lebende Sichtschutz selbst mit Wasser und Nährstoffen. Je besser das Anwachsen klappt, je höher die Überlebensrate der einzelnen Stecklinge. Der Zaun auf den Bildern ist inzwischen knapp ein Jahr alt und circa 80% der Stecklinge haben den Winter überlebt.

lebender Sichtschutz aus Weidenruten
lebender Sichtschutz aus Weidenruten

Mehr braucht es nicht. Und nebenbei hat man dutzende Bäumen gepflanzt und seinen ökologischen Fußabdruck verbessert.

Vergleich zum herkömmlichen Lattenzaun

Ein herkömmlicher Lattenzaun im Selbstbau benötigt ungefähr die gleiche Arbeitszeit. Das Betonfundament ist in der Herstellung aufwändiger, dafür entfällt das Gießen bzw. die Pflege des lebenden Zaunes. Von Vorteil ist, dass der Sichtschutz sofort nach Montage der Latten in vollem Umfang ausgebildet ist. Der Weidenzaun braucht ein paar Wochen, bis die Wurzeln gut angewachsen sind. Ein großer Unterschied besteht in den Kosten: für den Lattenzaun braucht es Zement, Verschalungs-Material, Metallfüße, Schrauben, Latten und den Anstrich für den Witterungsschutz. Ein lebender Zaun aus Weiden benötigt kein Verbrauchsmaterial außer einer Weide für die Stecklinge. Aber wenn alles klappt, gibt es eine neue kleine Baumreihe aus Weiden.


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Treibhausgase: wer verursacht sie und was können wir dagegen tun?

Alle sprechen von der Notwendigkeit den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Doch wer ist genau für die Emissionen in Deutschland verantwortlich? Ein Blick auf die Zahlen vom Bundesumweltamt (2012) verrät augenscheinlich die Hauptschuldigen für die Kohlendioxid (CO2)-Produktion: Energiewirtschaft, Verkehr und die privaten Kleinverbraucher. Doch da fehlt doch wer…

Landwirtschaft als verdeckter Klimasünder

Die letzten Zahlen vom Umweltbundesamt beschreiben die Treibhausgasemissionen im Jahr 2012. Unter dem Diagramm steht kleingedruckt: „Kohlendioxidemissionen ohne Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft“. Sind diese etwa unbedeutend, wenn sie nicht im Diagramm erwähnt werden?

Keinesfalls! Sie produzieren zwar nicht viel Kohlendioxid, dafür aber andere klimarelevante Gase wie Methan, Stickoxide und Ammoniak. Diese lassen sich in ihrer Wirkung mit Kohlendioxid vergleichen, um daraus ein Kohlendioxid-Aquivalent zu berechnen. Das Umweltbundesamt weist Zahlen für Distickstoffoxid (Lachgas) und Methan sowie deren Kohlendioxid-Äquivalente aus. Daraus ergibt sich, dass die Landwirtschaft und Tierhaltung etwa 105 Millionen Tonnen CO2 in die Luft gepustet hat. Damit liegt sie knapp unter dem verarbeitendem Gewerbe aber immer noch doppelt so hohe Emissionen wie die Industrie.

Ursachen der Treibhausgase

  • Klimakiller Nummer 1 ist mit 360 Mio. Tonnen die Energiewirtschaft. Speziell die Kohleverfeuerung zur Stromproduktion in den Kohlekraftwerken ist Hauptschuldiger an den Treibhausgasen in Deutschland.
  • Klimakiller Nummer 2 mit 292 Mio. Tonnen der Verkehr zusammen mit Kleinverbrauchern und den privaten Haushalten. Alles was sich auf der Straße, in der Luft und im Wasser bewegt, erzeugt Kohlendioxid durch die Verbrennung von Treibstoff. Dazu kommen die Feuerungsanlagen in unseren Häusern. Also unsere Heizungen in denen Öl, Kohle oder Holz verbrannt werden.
  • Klimakiller Nummer 3 ist mit 166 Mio. Tonnen die Industrie. Diese Treibhausgase setzen sich zum Einen aus den Prozessfeuerungsanlagen, in den die notwendige Wärme und Energie produziert wird. Des Weiteren entstehen Treibhausgase direkt in den Industrieprozessen wie bei der Erdölraffination oder bei der Herstellung von Zement, Kalk oder Glas.
  • Klimakiller Nummer 4 mit 105 Mio. Tonnen die Landwirtschaft und Tierproduktion. Bei der Nutzung und dem Abbau von Kunstdünger und Gülle, die bei der Tierhaltung entsteht, werden Treibhausgase freigesetzt.

Handlungsplan zur Nachhaltigkeit – was können wir tun?

Nicht alle von uns können oder wollen sich in allen Bereichen ökologischer Verhalten. Manchmal kostet ökologisches Handeln mehr als die umweltschädliche Alternative, manchmal können wir aber auch Geld sparen und dennoch ökologisch sein. Zum Beispiel in dem wir einfach Dinge weniger kaufen (z.B. Fleisch). In allen Dingen ökologisch korrekt zu Handeln kann auch frustrieren weil wir geliebte Verhaltensweisen aufgeben sollten. Dennoch gibt es einige wenige Maßnahmen, bei denen wir wenig tun müssen und dennoch viel für das Klima tun können. Hier ein Handlungsplan nach den effizientesten Klimaschutzmethoden.

Energie sparen

  • Ökostrom kaufen
  • bei Neuanschaffungen auf energiesparende Geräte setzen wie z.B. LED-Lampen statt Halogenbirnen

Verkehrswende

  • öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad nutzen
  • Flugreisen vermeiden oder falls möglich internationale Bus- und Bahnverbindungen den Vorzug geben

Ernährung 

  • weniger Fleisch essen, dein Sparschwein wird sich freuen
  • saisonale Produkte kaufen, sie sind billiger und oft auch frischer da sie nur über kurze Entfernungen transportiert werden können

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