Doku: Die 4. Revolution: Energy Autonomy – sind 100% Erneuerbare Energien möglich?

Die Doku dreht sich um die Frage, ob 100% Erneuerbare Energien möglich sind. Kontroverse Positionen werten durch diverse Interviews gegeneinander gestellt. „Doku: Die 4. Revolution: Energy Autonomy – sind 100% Erneuerbare Energien möglich?“ weiterlesen

3D-Drucker: die eigene Kunststoff-Fabrik auf dem Schreibtisch

Plastikteil kaputt? 3D-Drucker haben das Potential die Welt zu verändern! Sie helfen Erdöl und Geld zu sparen, denn durch die Herstellung eigener Ersatzteile können Geräte länger genutzt werden. Richtig eingesetzt, könnten sie ökologische Probleme lösen.

Als Fertiggerät kaufen oder als Bausatz zum selber bauen: RepRap, Makerbot & Co werden bald ständige Begleiter in unserem Alltag sein.

Günstiger Budget 3D-Drucker: Comgrow Creality Ender

Was ist ein 3D-Drucker?

3D-Drucker zur Herstellung kleiner Kunststoffgegenstände in einer Maschine, die auf den Schreibtisch passt. Damit ist jede Form möglich. Was für ein Plastik-Teil gedruckt werden soll, wird per Computer an den Drucker geschickt. Die Plastikteile haben in etwa die Festigkeit von Lego-Steinen. Der Drucker selbst besteht im Wesentlichen aus einem Druckbett, dem Druckkopf (Extruder) und einem Achsensystem, mit welchem der Extruder bzw. das Druckbett im Raum bewegt werden kann. Das zu druckende Kunststoffteil wird auf dem Druckbett Schicht für Schicht aus flüssigem Kunststoff von unten nach oben gedruckt wird. Der Extruder kann sich über eine Mechanik in allen drei Dimensionen des Raumes bewegen und fährt an die Stelle, wo Kunststoff aufgetragen werden soll. Als Rohmaterial dient ein thermoplastischer Kunststoff, der durch Hitze weich wird. In Form von Filament wird dieser im Extruder erwärmt, bis er flüssig ist und dann durch eine Düse auf das Druckbett gepresst. Wer in den 3D-Druck einsteigen will kann sich fertige 3D-Drucker von Makerbot oder Ultimaker ab ca. 1200 Euro als Bausatz oder entsprechend teurer als fertiges Gerät kaufen.

Plastikteil kaputt? 3D-Drucker haben das Potential die Welt zu verändern! Sie helfen Erdöl und Geld zu sparen, denn durch die Herstellung eigener Ersatzteile können Geräte länger genutzt werden. Als Fertiggerät kaufen oder als Bausatz zum selber bauen: RepRap, Makerbot & Co werden bald ständige Begleiter in unserem Alltag sein.

RepRap – der Open-Source 3D-Drucker zum Selberbauen

Wesentlich günstiger ist der Selbstbau eines 3D-Druckers. Der RepRap (kurz für Replicating Rapid-Prototyper) gibt es mittlerweile in vielen unterschiedlichen Versionen, die sich mit Blick auf Druckgröße, Geschwindigkeit, Aufbau und Material unterscheiden. Die am häufigsten gebauten RepRap-Drucker sind vom Typ Mendel, Prusa oder Printrbot. Eine Übersicht der aktuellen Modelle und ihres Entwicklungsstands findet sich auf RepRap-Homepage. Die Kernidee beim RepRap-Projekt ist, einen Open-Source 3D-Drucker zu entwickeln, der sich selbst drucken bzw. replizieren kann. So ist dieser Drucker auch dazu geeignet, in von Armut betroffenen Regionen die Lebensqualität zu verbessern, da mit einem Drucker weitere Drucker hergestellt werden können. Momentan kann der Drucker 50% seiner eigenen Teile herstellen. Erste Experimente zeigen auch die erfolgreiche Herstellung von Leiterplatte für die Elektronik des Druckers. Mit zunehmender Entwicklung wird der Drucker immer mehr Teile seiner selbst drucken können, bis das Ziel erreicht: ein sich selbst komplett replizierender 3D-Drucker.

Das ökologische Potential von 3D-Druckern

    1. Verkürzung der Transportkette: Kunststoffteile haben keine langen Transportwege mehr. Der Weg von der Fabrik bis nach Hause entfällt. Nur das Ausgangsmaterial in Form als Kunststoff-Filament für den Drucker muss noch transportiert werden. Dies ist jedoch für alle Drucker gleich. Damit können Ersatzteile für Maschinen aus Kunststoff selbst hergestellt werden. So ist es möglich Verschleißteile z.B. bei Küchengeräten nachzubauen und damit die Geräte zu reparieren. Benötigt wird lediglich eine Datei mit dem 3D-Modell des Ersatzteiles. Im Internet gibt es verschiedene Portale, auf denen 3D-Modelle kostenfrei hoch- und runtergeladen werden können wie z. B. Thingiverse oder YouMagine.
    1. Herstellung von eigenem Bio-Kuststoff: auf Instuctables wird bei dem Projekt Potato-Plastic die Herstellung von Bio-Kunststoff aus Kartoffeln beschrieben. Damit ließe sich der Kunststoff für den 3D-Drucker selbst herstellen – man braucht nur einen Garten mit ausreichend Kartoffelpflanzen. Wer keinen Garten hat und schon jetzt den Erdöl-basierten Kunststoff ABS (Acryl-Butadien-Styrol) gegen organischen Kunsstoff ersetzen möchte, kann zu PLA (Polylactic Acid) greifen. Dieser Kunstoff ist aus Milchsäure hergestellt und kann damit gefahrlos kompostiert werden.
  1. Kunststoff-Recycling: Werden die ausgedruckten Teile nicht mehr benötigt, können diese zerkleinert und wieder zu neuem Kunststoff-Filament für den Drucker gepresst werden. Mit dem RecycleBot  gibt es die Bauanleitungen für das Kunsstoff-Recycling.

Welcher 3D-Drucker ist für mich geeignet?

Zwischen den vielen Modellen ist es schwierig den Überblick zu behalten. Für Neueinsteiger ist es am Einfachsten, mit einem gut dokumentierten und erprobten Modell zu beginnen. Der Prusa i3 wurde mit Schwerpunkt Kostenreduktion und einfache Materialbeschaffung entworfen – für unter 100€ der ideale Drucker für diejenigen, die sich noch unsicher sind.

 CTC DIY 3D Drucker Prusa I3 Pro B neue Version

Komplette Kits und Einzelteile gibt es bei Ebay. Wer größere Teile drucken möchte ist mit dem MendelMax 2 gut beraten. Er hat einen Baubereich von 23 x 31 x 23cm und bietet damit mehr Platz als die Standard-RepRaps. Für Reiselustige gibt es den FoldaRap – der 3D-Drucker für die Aktentasche. Für ca. 600$ Materialkosten gibt es faltbaren 3D-Drucker zum mitnehmen.


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Weichmacher in Plastikflaschen – alternative Trinkflaschen zu Nalgene & Co

Zum Sport oder für den Büroalltag – Trinkflaschen für den täglichen Wasserbedarf sind unentbehrlich. Wer auf die Umwelt und die eigene Gesundheit Wert legt, sollte statt Trinkwasser in Plastikflasche vom Supermarkt, besser auf Mehrweg-Flaschen mit Leitungswasser setzen. Doch welche Alternativen gibt es zu Plastikflaschen mit Weichmachern und BPA?

Das Problem: Weichmacher und andere Zusätze in Plastik-Trinkflaschen

Die Vorteile von Plastikflaschen liegen auf der Hand: sie sind leicht und zerbrechen nicht beim Herunterfallen. Um dem Kunststoff diese Eigenschaften zu geben, braucht es viele Chemikalien. Einige davon sind giftig und können durch das Trinkwasser in der Flasche in unseren Körper gelangen. Besonders heiße Getränke oder Trinkwasser mit Kohlensäure neigen dazu, aus dem Kunststoff der Plastikflasche Weichmacher herauszulösen. Je saurer und heißer der Inhalt der Flasche ist, desto stärker greift er den Kunststoff an.

Rohstoff bei der Plastik-Produktion: Bisphenol A (BPA)

Für die Herstellung von Kunststoff für PET-Flaschen wird Bisphenol A (BPA) gebraucht. BPA ist ein Ausgangsstoff für die Produktion von Trinkwasserflaschen aus PET Kunststoff. Auch für Flaschen aus Polycarbonat (PC) und PVC-Kunststoff, der als Beschichtung für metallische Lebensmittelbehälter genutzt wird, wird BPA genutzt. BPA beeinträchtigt die Fruchtbarkeit von Männern und steht vermutlich im Zusammenhang mit Diabetis, Fettleibigkeit und Herz-Kreislaufproblemen. Aus welchem Kunststoff eine Flasche ist, kann am Recycling-Code abgelesen werden. Der BUND hat eine Übersicht mit den Kunststoff-Codes.

Weichmacher: Phtalate (DEHP)

Weichmacher sorgen dafür, dass spröder Kunststoff elastisch und geschmeidig wird. Hauptsächlich wird er für PVC-Kunststoff eingesetzt. Für Kinderspielzeug aus PVC wurden diese Weichmacher bereits verboten. Bei vielen anderen Anwendungsgebieten werden sie weiterhin eingesetzt. Phatalate wirken sich auch negativ auf die Fruchtbarkeit aus und können Embryonen im Mutterleib schädigen.

Trinkflaschen ohne Weichmacher und BPA-frei

Plastikflaschen ohne BPA gibt es zu kaufen. Trinkwasserflaschen mit dem „BPA-free“ Logo gibt es bespielsweise von Nalgene.

Nalgene Weithals Trinkflasche Everyday Silo

Der Kunststoff, der ohne BPA auskommt heißt Tritan und hat den Recycling-Code „7“ für Polyester. Noch robuster und ebenso leicht sind Trinkflaschen aus Aluminium. Beide sind leicht, robust und haben einen Nachteil: sie müssen erst produziert werden, was Energie und Ressourcen verbraucht! Glasflaschen mit Schraubverschluss sind für mich die idealen Trinkflaschen für den Alltag.

Trinkwasserflaschen aus Aluminium und Glas als Ersatz für Plastikflaschen
Trinkwasserflaschen aus Aluminium und Glas als Ersatz für Plastikflaschen

Glasflaschen als ökologische Alternative zu Nalgene

Glasflaschen haben weder Weichmacher, BPA oder anderen schädliche Chemikalien, die ins Trinkwasser gelangen können. Für mich haben sich kleine Bierflaschen mit Bügelverschluss bewährt. Je kleiner die Flasche, desto leichter sind sie in jedem Waschbecken aufzufüllen. Schraubverschlüsse sind auch toll, mit nassen Händen aber schwierig zu öffnen. Neben Bierflaschen aus braunem Glas gibt es auch welche aus Weißglas – das spart unnötige Kommentare von den Kollegen.


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Erfahrungsbericht – ökologische Holzvergaser als Campingkocher

Praxistest von einem Holzvergaser-Campingkocher. Taugen Holzkocher fürs Camping? Ein Erfahrungsbericht aus der Outdoor-Küche. Vor meinem letzten Urlaub habe ich mir diesen Holzvergaserkocher gekauft. Nach einer Woche Camping hier mein Fazit zu diesem Kocher.

Warum ein Holzkocher als Campingkocher?

Früher habe ich mir oft Hobo-Kocher gebaut. Diese waren zwar schnell gebaut, hatten aber viele Nachteile. Sie qualmten stark und es war notwendig, ständig Brennholz nachzufüllen. Durch den sperrigen Aufbau aus einer großen Konservendose waren sie auch zu groß, um sie im Rucksack zu transportieren. Aus diesen Gründen wurde ich neugierig auf Holzvergaser mit kleinem Packmaß und besseren Kocheigenschaften. Hier mein Holzvergaser-Campingkocher:

 Aokay Edelstahler Holzofen Campingkocher 

Vorteile von Holzkochern beim Camping

1. Kleines Packmaß und geringes Gewicht

Wie schon gesagt ist der Transport für mich entscheidend. Ich bin viel mit dem Rucksack in der Natur unterwegs und möchte mich nicht mit Brennstoffflaschen oder Gaskartuschen belasten. Der getestete Holzvergaser hat im zusammengebauten Zustand einem flachen Zylinder von 13,5cm Durchmesser und einer Höhe von 7cm. Komplett wiegt er 357g. Hobo-Kocher sind sehr viel leichter, aber sperriger.

2. Holz als Brennmaterial ist überall zu finden

Holz als Brennmaterial habe ich in der Umgebung gesammelt. Hauptbrennstoff waren meine Wanderstöcke, die ich mit meinem Multi-Tool in 8cm lange Stücke gesägt habe und diese anschließend geviertelt wurden. Um diese zu entzünden braucht es Rinde, kleine Äste und Späne. Besonders bei Nadelbäumen war dies kein Problem. Abgestorbene und trockene Äste sind bei ihnen in den untersten Astansätzen leicht zu finden.

Holz als Brennstoff für 40 Minuten Brenndauer
Holz als Brennstoff für 50 Minuten Brenndauer

3. Lange Kochdauer

Wenn der Kocher einmal brennt, dann brennt er auch – auch ohne dass ständig neues Brennholz nachgelegt wird. Deswegen habe ich die unteren 8cm auch immer mit Hartholz als kleine Scheite dicht an dich gelegt. Darüber dann ein Startfeuer, welches sich langsam nach unten durchbrannte, bis die Pyrolyse einsetzt. Mit diesem Aufbau waren Brenndauern von 45min bis 1h kein Problem. Oft habe ich nach dem Kochen den Holzkocher als Starthilfe für ein Lagerfeuer benutzt.

Lagerfeuer auf einem Holzvergaser - die Jets der Sekundärverbrennung lassen sich im Dunkeln gut erkennen
Lagerfeuer auf einem Holzvergaser – die Jets der Sekundärverbrennung lassen sich im Dunkeln gut erkennen

Nachteile von Holzvergasern

Trockenes Holz notwendig

Nasses Holz ist die Hauptfrustquelle bei diesem Campingkocher. Nach ein paar Regentagen ist es schwierig trockenes Holz zu finden. Hier empfiehlt sich schon früh mit Brennmaterial einzudecken und es trocken zu halten. Auch frisch geschnittenes Holz bringt nichts – es qualmt stark und muss immer wieder angeblasen werden. So macht Kochen keinen Spaß. Hier hilft es mehr Zeit zu investieren, um im Wald Totholz zu suchen, was noch an den Bäumen hängt.

Vorbereitung dauert viel länger als bei Gaskochern

Ich bin kein Freund davon, das Startfeuer unten im Kocher zu entzünden und dann ständig Feuerholz nachzulegen. So habe ich früher meine Hobo-Kocher benutzt und dass war Stress. Wenn der Kocher brennt, dann möchte ich mich auf das Schnippeln und Kochen konzentrieren und mich nicht mehr um den Brenner kümmern müssen. In vielen Anleitungen wird allerdings die Hobo-Art genutzt wie es hier mit dem Lixada Holzofen gezeigt wird, der quasi Baugleich mit meinem Kocher ist. Oder hier mit dem Solo Stove.

Ich befülle den unteren Teil der Brennkammer komplett mit fingerdicken Holzstücken und baue auf dieser Fläche ein pyramidenförmiges Startfeuer auf. Dies braucht natürlich Zeit. Im Idealfall lässt sich dann der Kocher mit einem Streichholz entzünden. Ist das Startfeuer bis kurz über den Rand abgebrannt, kann der Topfständer aufgesetzt werden und das Kochen kann beginnen.

UPDATE: den Brenner von unten nach oben anzuzünden geht viel schneller, wie ich es in meinem Langzeit-Test beschrieben habe.

Anzünden des Holzvergaser mit Startfeuer von oben nach unten
Anzünden des Holzvergaser mit Startfeuer von oben nach unten

Anzünder notwendig

Oft war es schwierig, die unteren Holzstücke durch das Startfeuer in Brand zu setzen. Ohne geeignete Anzünder war dies kaum möglich. Ich habe mich hier auch wieder aus der Natur bedient und viel Birkenrinde und Baumharz genutzt. Viel hilft hier auch viel. Die geraden Sägeflächen waren nur schwer zu entzünden. Hier ist es besser, nur anzusägen und dann das Holz zu brechen. Durch die ausgefranste Fläche entzünden die Holzstücke leichter.

Fazit: Holzkocher sind super für das Camping, aber …

Den Holzvergaser-Campingkocher habe ich über anderthalb Wochen fast täglich genutzt. Gekocht habe ich in einem 1,5l-Topf. Für zwei Personen genau das Richtige. Er kocht viel länger als ein Hobo-Kocher, bei vergleichbarem Aufwand in der Vorbereitung. Qualmt nur am Beginn und hat auch nach einer langen Kochdauer für Kartoffeln oder Linsen noch genügend Leistung, um ein Lagerfeuer zu entzünden.Solo-Stove Holzvergaser Campinkocher

Trockenes Holz und Anzünder sind sehr wichtig. Mehr Zeit beim Sammeln spart Frust beim Kochen. Dies macht das Kochen mit Holzvergasern allerdings aufwändig. Für mal eben einen Espresso kochen, ist der Aufwand zu groß. Hier werde ich auch weiterhin meinen selbst gebauten Dosenkocher mit Spiritus verwenden. Als Ergänzung zum Holzvergaser ist dies für mich die beiden idealen Campingkocher. Der Dosenkocher kann im inneren des Holzvergasers verstaut werden. Der Spiritus kann im Notfall auch als Anzündhilfe für den Holzvergaser dienen. So können sich beide sinnvoll ergänzen. Bei Regentagen und wenn es schnell gehen muss: Dosenkocher mit Spiritus. Für alles andere: der Holzvergaser-Campingkocher!


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Brennnessel – Warum du nicht auf das Superfood verzichten solltest

Hier die wichtigsten Inhaltsstoffe, mit der die Brennnessel vielen gesunde Lebensmittel weit überlegen ist. Ob als Tee, Spinat oder Salat – suche dir die Form aus, die dir schmeckt. Sie wächst beinahe überall, lässt sich leicht trocknen und zu Tee oder als Zusatz zum Essen verarbeiten. Hier die wichtigsten Inhaltsstoffe, mit der die Brennnessel vielen gesunde Lebensmittel weit überlegen ist. Vielen ist sie nur als brennendes Unkraut am Rand von Feldern und Wegen bekannt, doch in ihr stecken mehr lebenswichtige Mineralstoffe als in manchen Salaten oder Vitamine, auf die viele Früchte neidisch wären.

  • 13-mal so viel Eisen wie in Kopfsalat
  • 70-mal so viel Vitamin C wie in Äpfeln
  • 4-mal so viel Proteine wie in Eiern

Diese Werte sind bezogen auf 100g Brennnessel-Pulver im Vergleich mit frischen Lebensmitteln. Da der Protein-Gehalt so hoch ist, sind Brennnesselprodukte auch schon im Leistungssport bei Bodybuilding als Nahrungsergänzungsmittel für den Muskelaufbau. Aber auch für die vegane Ernährung sind sie eine gute Protein-Quelle (Daten von Nährwertrechner.de)

Weiterhin steckt in den Blättern viel

  • Vitamin A (Regeneration von Haut und Nervensystem und wichtig bei proteinreicher Ernährung)
  • Vitamin B3 (Aufbau von Haut, Muskeln und Nerven)
  • Calcium (Zähne und Knochen)

Wo bekomme ich Brennnesselpulver als Nahrungsergänzungsmittel her?

Sie lassen sich einfach zu einem Strauß sammeln und an einem dunklen und luftigen Ort trocknen. Wenn der Strauß in wenigen Tage getrocknet ist, lassen sich die Blätter zwischen den Fingern leicht in einem Zug vom Stängel abstreifen. Einige Brennhaare überleben das Trocknen, wer also sensible Finger hat sollte Handschuhe tragen. Mittlerweile gibt es im Handel neben dem üblichen Tee auch Brennnesselpulver oder schon verarbeitete Brennnessselpräparate als Nahrungsergänzungmittel kaufen.

Wer keine Brennnesseln zum sammeln in der Nähe hat, kann natürlich auch Brennnessel-Pulver im Handel bestellen. Kaufen muss jedoch nicht sein, da sich Brennnessel-Pulver auch leicht selbst herstellen lässt.

Wie nutze ich Brennnessel-Pulver in der Ernährung?

Das Pulver aus den Blättern kann zu Backwaren wie Brot oder Cracker einfach mit dazu gegeben werden. Es lassen sich auch gut Proteinshakes und Smoothies damit machen, falls gerade keine frischen Brennnesseln zur Hand sind. Aber auch zu Suppen lässt es sich einfach dazugeben und verleiht ihnen einen nussig-aromatischen Geschmack. Es kann wie ein Gewürz verwendet werden – je nach geschmacklichem Empfinden. Einfach testen, was gefällt.

Hier die Vorteile der Brennnessel, die sie gegenüber vielen Salaten und Früchten hat:

1. Brennesseln können fast das gesamte Jahr geerntet werden

Brennnesseln sind mehrjährige Pflanzen. Sie bilden ein unterirdisches Wurzelsystem, in dem sie Nährstoffe speichern und sich in der unmittelbaren Umgebung ausbreiten. Deswegen stehen sie immer in größeren Ansammlungen weil es sich oft um ein- und dieselbe Pflanze handelt. So kann schnell mit Schere und Handschuhen ein Strauß gepflückt werden. Sie wachsen überall dort in Massen, wo Erde bewegt wurde. Sie lieben die Ränder von Feldern und Wäldern. Brennnesseln lieben nährstoffreichen, sandige Böden, Durch ihre Brennhaare schützen sie sich vor vielen Tieren. Wer nicht seinen Salat aufwändig vor Schnecken schützen möchte, ist mit einer kleinen Brennnessel-Ecke im Garten oder einer Brachfläche in der Nähe bestens mit gesundem Wildgemüse versorgt.

2. Brennnesseltee als Textilien und Dünger – Brennnessel als Alleskönner

Wer Brennnesseln als Salat, Spinat oder Pesto nutzen möchte, sollte nur die Triebspitzen verwenden, da sie am aromatischsten sind. Vom Geschmack mit Spinat vergleichbar. Für Tee und Pulver eigenen sich die Blätter der gesamten Pflanze. Früher wurde aus den Fasern des Stängels Nesseltuch oder Seile hergestellt, da die Faser besonders reißfest sind. Dies ist auch der Grund, warum man sie besser mit einer Schere abschneidet, statt sie auszureißen. In Form von selbstgemachter Brennnessel-Jauche wird sie in vielen Ländern als Biodünger eingesetzt.


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Stromverbrauch von Bitcoin: wie stark belastet eine Transaktion das Klima?

Fakten zum aktuellen Stromverbrauch – bei einer Bitcoin-Transaktion aktualisieren alle Rechner des Bitcoin-Netzwerkes ihre Blochchain. Das braucht natürlich Strom. Mittlerweile so viel, dass sich Sorgen breit machen, wie nachhaltig der Stromverbrauch dieser Kryptowährung ist und wie sich dies auf den Klimawandel auswirkt.

Wie viel Strom kostet eine Bitcoin-Transaktion?

Nach den geschätzten Daten des Bitcoin Energy Consumption Index verbraucht eine Transaktion derzeit 819 kWh. Im Vergleich mit einem Kühlschrank mit 150 Watt, könnte dieser damit 8 Monate lang betrieben werden. Dabei ist es unerheblich, ob nur 0,004 oder 20 Bitcoins überwiesen werden – der Stromverbrauch bleibt der Gleiche. Verantwortlich für den Strom sind die vielen Rechner des Bitcoin-Netzwerks. Jede Transaktion muss auf jedem Server-Knoten in der Blockchain vermerkt werden und danach mit allen Servern abgeglichen werden, ob alle dieselbe Blockchain nach der Transaktion haben.

Stromvergleich bei Transaktion: Bitcoin vs. Visa

Im Vergleich mit einer Bitcoin-Transaktion von 819 kWh, braucht eine Transaktion im Visa-System nur lächerliche 0,0082 kWh. Damit verbraucht Bitcoin die 100.000-fache der Strommenge wie eine Visa-Transaktion. Müssten die Leute selbst die Stromkosten für eine Überweisung zahlen, würde ein Bitcoin-Transaktion bei einem Strompreis von 0,25 Euro pro kWh dann circa 200 Euro kosten. Diese Stromkosten werden aber ausgelagert in Gegenden, wo Strom viel günstiger als in Deutschland ist.

Gesamt-Stromverbrauch von Bitcoin

Transaktionen sind aber nicht das Hauptproblem. Bitcoin-Mining stellt hohe Anforderungen an die Rechner, die neue Bitcoins durch das Erzeugen von Zufallszahlen generieren. Diese müssen dann wieder mit der Blockchain abgeglichen werden, ob sie die Anforderungen für einen neuen Bitcoin erfüllen. Der Algorithmus dahinter heißt Proof of Work. Früher wurden Bitcoin auf normalen PC’s und deren Grafikkarten generiert. Diese erwiesen sich mit ansteigender Komplexität der Berechnungen als nicht mehr effizient genug. Deswegen wird Bitcoin-Mining heute auf speziell entwickelter Hardware betrieben, den auch entsprechend gekühlt werden muss. Der gesamte Stromverbrauch von Bitcoin wird für 2018 auf insgesamt 56,2 TWh geschätzt. Das sind 56.200.000 Kilo-Watt-Stunden, was knapp dem jährliche Stromverbrauch von Israel entspricht.

Miner verwandeln Kohle und Öl zu Bitcoins und CO2

Die immense Stromkosten zeigen, dass die Rechner nur dort lukrativ eingesetzt werden können, wo Strom fast nichts kostet. Die Firmen, die die meisten Bitcoins generiert haben, sitzen alle in China. Diese Industrie-Miner wie F2Pool, AntPool, BTC.com und BW sind für circa 60% der Bitcoins verantwortlich. Mit 15% der errechneten Bitcoins gehen auf das Konto von BitFury in Georgien. Von den Energiekosten gesehen, würde sich Bitcoin-Mining besonders in Venezuela „lohnen“ da dort durch das billige Erdöl die Strompreise besonders niedrig sind. China und Georgien profitieren von dem billigen Kohlestrom in ihren Ländern.

Bitcoin und der Klimawandel

Da der Aufwand für das Bitcoin-Mining exponentiell steigt, steigt auch auch der Energiebedarf exponentiell. Theoretisch könnten die Bitcoin-Mining Hardware und die Server mit Ökostrom betrieben werden. Genaue Daten, aus welcher der Strom für das Bitcoin-Netzwerk kommt, gibt es nicht. Durch den hohen Energiebedarf ist es aber wahrscheinlich, dass billiger Strom genutzt wird. China hat zwar einen hohen Zuwachs an Windkraftanlagen, aber 65% der gesamten Stromproduktion in China wird immer noch durch die Verbrennung von Kohle und Erdöl gewährleistet.

Nachhaltigere Kryptowährungen – welche Coins brauchen weniger Strom?

Das Stromintensive Bitcoin-Mining wird durch das Prof-of-Work Verfahren verursacht. Auch die Kryptowährung Ethereum setzt auf dieses aufwändige Verfahren. Es gibt aber auch stromsparende Verfahren für das Coin-Mining wie z.B. das Proof-of-Stake Verfahren. Hier werden auf Grundlage schon vorhandener Coins weitere Coins errechnet. Dies kann auf kleinen, stromsparenden Computern passieren. Dieses Verfahren wird zum Beispiel bei den Kryptowährungen NEO, Dash oder Lisk eingesetzt.


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Pilze auf Kaffeesatz züchten: Mein erster Shiitake Pilz

Selber Pilze züchten ist einfacher als gedacht. Mit altem Kaffeesatz, Sägespäne und einfachen Küchenutensilien lassen sich aus Biomüll eigene Shiitake Pilze züchten. Diese Anleitung zeigt dir meinen Weg zum ersten Shiitake-Pilz.

Shiitake, der König der Pilze

Shiitake ist einer der begehrtesten Speisepilze, besonders in Ostasien. In China wird er aufgrund seiner Inhaltsstoffe in der traditionellen chinesischen Medizin gegen Tumore, Entzündungen oder Arteriosklerose als wirksamster Heilpilz eingesetzt. Er enthält Vitamine und Proteine. Besonders Vitamin B12, was für die vegane Ernährung wichtig ist. Als holzzersetzender Baumpilz besiedelt er das Holz toter oder geschwächter Bäume. So wurde er ursprünglich auf Stammstücken von Hartholzbäume gezüchtet, aber auch auf anderen Nährmedien wie Stroh, Kaffee oder Sägespänen wächst der Pilz.

Körnerbrut zum Pilze züchten

Zu Anfang braucht es natürlich Shiitake-Pilze. Aus gekauften Pilzen lassen sich Stücke herausschneiden und auf einem Nährmedium vermehren. Dies ist jedoch recht kompliziert, weil es ein sehr sauberes Arbeiten erfordert. Eine gute Beschreibung liefert Wikibooks über Pilzanbau. Viel einfacher ist es fertige Pilzbrut als Körnerbrut oder Impfdübel zu kaufen.

Da ich Holzstämme beimpfen wollte, habe ich mir Impfdübel bestellt, die mit Shiitake-Mycel bewachsen waren. Meine kamen von Mushroomvalley aus Portugal, sehr netter Verkäufer! In den Tütchen befand sich noch ein wenig Körnerbrut, mit dem damals die Holzdübel besiedelt wurden. Diese wollte ich nicht ungenutzt wegwerfen, deshalb startete ich das Experiment mit Kaffeesatz. Die eigentlichen Impdübel habe ich für meine Holzstämme aus Linde und Walnuss benutzt.

Update: nach diesem Experiment habe ich die Methode verbessert und hier in einer genaueren Anleitung beschrieben.

Pilzzucht auf Kaffeesatz und Sägespänen

Schon früher hatte ich Kaffeesatz gesammelt, der mir aber immer nach ein paar Tagen verschimmelt ist. Das zeigt, wie viele Nährstoffe noch in dem Kaffesatz stecken. Um die wenige Körnerbrut nicht an den Schimmel zu verlieren, muss der Kaffeesatz frei von jeglichen Sporen anderer Pilze sein. Da ich Espresso liebe, habe ich mehrere Espressokannen. Wenn in ihnen Espresso zubereitet wird, wird heißes Wasser mit hohem Druck durch den Kaffee gepresst. Das Resultat ist Kaffesatz, wo garantiert nichts mehr drin lebt. Nach dem Abkühlen habe ich eine dieser Kannen aufgeschraubt und ein wenig Körnerbrut auf den Kaffeesatz gelegt, zugeschraubt und den Kocher in einer Tüte auf die Heizung gestellt.

Shiitake-Myzel auf Kaffeesatz in einem Espressokocher
Shiitake-Myzel auf Kaffeesatz in einem Espressokocher

Nach circa zwei Wochen war der Kaffeesatz gut durchwachsen. Die Getreidekörner aus der Körnerbrut sind noch gut zu erkennen. Für die weitere Vermehrung, habe ich ein Gemisch aus Sägespänen und Kaffeesatz hergestellt. Als Mischungsverhältnis habe ich zu zwei Teilen Sägespäne einen Teil Kaffeesatz reingemischt. Zum Sterilisieren habe ich es in einer Schale in einem Schnellkochtopf für circa 45 Minuten gekocht.

Substrat mit Körnerbrut und Kaffeesatz impfen

Nach dem langsamen Abkühlen habe ich den mit Shiitake-Myzel durchwachsenen Kaffeesatz unter das Substrat gemischt.

Substrat mit Kaffeesatz-Myzel impfen
Substrat mit Kaffeesatz-Myzel impfen

Das ganze dann in eine Tüte gegeben und an einem warmen, dunklen Ort stehenlassen. Die Tüte nicht luftdicht verschließen – Pilze brauchen Sauerstoff zum wachsen. Einfach mit einem Watte-Stopfen das Luftloch verschließen. So ist für den Luftaustausch gesorgt, ohne dass andere Pilze oder Bakterien das Substrat besiedeln können – das habe ich leider erst später gelernt, nach dem lange Zeit der Pilz nicht wachsen wollte.

Der erste Shiitake auf Kaffeesatz wird geerntet

Ein paar Wochen später die Überraschung: der erste Shiitake-Pilz drückt beult die Abdeckfolie aus.

der erste Pilz wächst im Kaffeesatz-Sägespäne Substrat
der erste Pilz wächst im Kaffeesatz-Sägespäne Substrat

Die weißen Stellen sind das Myzel – ebenso die tief braunen. Was nicht appetitlich ausschaut ist in Wahrheit der eigentliche Shiitake-Pilz. Das was wir essen und als Pilz betrachten sind nur seine „Fortpflanzungsorgane“.


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Benjeshecke bauen – ökologischer Zaun aus Schnittgut

Eine Benjeshecke aus Schnittgut ist ein Multitalent: Zaun, Sichtschutz, Artenvielfalt und ideal zur Entsorgung von Schnittgut. Sie kostet fast nichts und besteht nur aus Zweigen und Ästen aus dem Garten. Sie zu bauen ist leichter, als gedacht.

Benjeshecke als lebender Zaun

Zwar besteht die Hecke aus Schnittgut, also alten Zweigen und Ästen, dennoch bildet sie eine ökologisch Nische für viele Tiere und Pflanzen. In ihrem Schutz wachsen Sträucher, die das sich zersetzende Schnittgut ersetzen. Gleichzeitig ist es Lebensraum für Vögel, Eidechsen, Igel und Insekten.

Der Bau einer Benjeshecke

Bei der Pflege einer Kopfweiden ist jede Menge Schnittgut angefallen. Die langen Ruten der Weide waren ideal für den Start der Benjeshecke: dicke Zweige bilden die Stützen, alles andere dient als Füllmaterial. Die Original Benjeshecke von Hermann Benjes  war zwar als mehrere Meter tiefe und ca. 1,5m hohe Wallhecke gedacht, sie findet aber auch als kleine Version in jedem Garten Platz. Die hier gezeigte Hecke ist ca. 50cm tief, 60cm hoch und erstreckt sich über 15 Meter. Sie deckt genau den Bereich ab, wo sich vorher Rehe durch die Maschen von dem Wildschutzzaun gekrochen sind.

Benjeshecke aus Zweigen und Ästen einer einzigen Weide
Benjeshecke aus Zweigen und Ästen einer einzigen Weide

1. Weidenstecklinge als Seitenpfähle

Die stärksten Äste von der Weide habe ich als gerade Pfähle angespitzt und in den Boden gerammt. Zwischen 6 – 10cm Durchmesser sind sie stark genug um das Schnittgut zu halten und klein genug, um vielleicht noch anwachsen zu können. Ein Paar haben ich mit 50cm Abstand zueinander und mit ca. 1,5m zum nächsten Paar.

Da die Steckling zu instabil zum Einschlagen waren, habe ich sie mit einer Trittschlinge und meinem Körpergewicht in den Boden gedrückt. Dies beschädigt kaum den Steckling und vielleicht hat er damit noch die Chance in den kommenden Monaten anzuwachsen und damit zu einem lebenden Weidenzaun zu werden. Wie dieser aus überkreuzten Weidenstecklingen gebaut wird, habe ich in einem anderen Artikel beschrieben. Die Trittschlinge wird mit einem Prussikknoten um den Steckling gelegt.

Ein angespitzter frischer Weidensteckling wird als seitliche Einfassung einer Benjeshecke mit einer Trittschlinge in den Boden gedrückt
Ein angespitzter frischer Weidensteckling wird als seitliche Einfassung einer Benjeshecke mit einer Trittschlinge in den Boden gedrückt

2. Schnittgut als Füllmaterial in die Benjeshecke einflechten

Alles was zu klein, zu groß oder zu krumm für einen Steckling ist, wird als Füllmaterial in die Hecke eingebracht. Auch Blätter und Gräser eignen sich dazu – halt alles, was zu groß für den Komposthaufen ist. Hier obliegt es dem eigenen Geschmack, wie ordentlich die Hecke aussehen soll: können Zweige aus dem Verbund hervor ragen – dann geht es schneller! Soll es eine einheitliche Wand werden, müssen einzelne Zweige ineinander gesteckt werden.

Die ersten zwei Lagen von Zweigen und Ästen beim Bau einer Benjeshecke
Die ersten zwei Lagen von Zweigen und Ästen beim Bau einer Benjeshecke

3. Zusammenbinden der Stecklingspaare

Damit die Stecklinge nicht durch die Masse der Zweige auseinander gedrückt werden, werden sie mit Schnur oder Draht zusammengebunden. Dafür habe ich mich zwischen die Stecklingspaare auf die Hecke gesetzt und dann die beiden Stecklinge mit Schnur verbunden. Dies komprimiert die Hecke, sie wird dadurch dichter und es kann mehr Material in ihr verarbeitet werden. Dieser Schritt wird alle 40cm nach oben wiederholt. So bildet sich stufenweise immer wieder eine neue Schicht. Die Hecke wächst über die Zeit mit dem anfallendem Schnittgut mit.

Totholzhecke als Ersatz für Häcksler

Sympathisch ist, dass Schnittgut nicht mehr gehäckselt oder verbrannt werden muss. Ist es zu groß für den Kompost, kommt es auf die Benjeshecke. Das spart Zeit und Nerven. Damit lassen sich viele Probleme auf einen Schlag lösen: Schnittgut-Entsorgung und Schutz der Artenvielfalt! Über die Vorteile von Hecken im Garten aus einheimischen Gehölzen informiert ausgiebig dieser Nabu-Artikel. Eine Benjeshecke ist gibt es fast kostenlos und bildet eine ideale Grundlage für andere einheimische Gehölze und Tiere, sich in ihrem Schutz anzusiedeln.


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Buch-Rezension: Imperiale Lebensweise von Ulrich Brand und Markus Wissen

Imperiale Lebensweise / Oekom Verlag, München 2017, 224 Seiten, ISBN-13: 978-3-86581-843-0

Das Buch: Imperiale Lebensweise – Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus*analysiert die Ursachen der multiplen Krise. Probleme der kapitalistische Produktionsweise und unser Konsumanspruch verdichten sich zu dem neuen Konzept, welches die Autoren als imperiale Lebensweise beschreiben. „Buch-Rezension: Imperiale Lebensweise von Ulrich Brand und Markus Wissen“ weiterlesen

Müllproblem Coffee-to-go: Warum lassen sich Einweg-Kaffeebecher nicht recyceln?

Auch wenn sie zum größten Teil aus Pappe bestehen, sind Kaffeebecher Plastikmüll. Sie sind ein Problem für die Recycling-Anlagen. Was ist am Wegwerf-Kaffeebecher so problematisch und welche umweltfreundlichen Alternativen gibt es? An vielen S-Bahnstationen lassen sie die Mülleimer überquellen. Massen von Pappbechern für den Kaffeedurst für unterwegs. Doch was nach einem Haufen nachwachsender Rohstoffe aussieht, ist ein handfestes Recycling-Problem.

Plastikmüll: Coffee-to-go Becher – außen Pappe, innen Kunststoff

Damit der Kaffeebecher seine Form behält, ist er an der Innenseite mit einer Kunststoff-Beschichtung geschützt. Als Kunststoff kommt häufig Polyethylen (PE) zum Einsatz. Die Beschichtung verhindert, dass sich die Pappe mit dem Kaffee voll saugt und aufweicht. Der Deckel besteht meist aus dem Kunststoff Polystyrol (PS). Dieser Kunststoff kommt auch bei den braunen Einwegbechern aus Kaffeeautomaten oder aufgeschäumt, als weißer Einweg-Thermobecher zum Einsatz.

Kunststoffe im Coffee-to-go Becher

Anteile von diversen Kunststoffe im Coffee-to-go Becher nach Gewicht (Daten: DUH)

Recycling von Coffee-to-go Bechern

Bestehen die Kaffeebecher aus einem Verbundwerkstoff, müssen die Materialien erst getrennt werden. Erst dann können sie für eine Wiederverwendung vorbereitet werden. Kaffeebecher, die nur aus Kunststoff bestehen, können recycelt werden. Bei den Papp-Bechern sieht dies anders aus. Wie bei Tetra-Packs auch, sind hier Papier und Kunststoff fest zusammengefügt. Beim Recycling von Papier werden die Papierfasern in Wasser aufgeweicht und anschließend von Fremdstoffen abgetrennt. Die Papierfasern von Kaffeebechern lassen sich aber nicht von der Kunststoffbeschichtung ablösen. Deswegen werden sie als Störstoffe abgefiltert und in einer Müllverbrennungsanlage verbrannt.

Nur mit Biokunststoff sind Kaffeebecher biologisch abbaubar

Einige Bäckereien und Coffee-Shops bieten mittlerweile auch Becher aus Biokunststoff an. Diese Becher können kompostiert werden – verrotten also unter optimalen Bedingungen. Statt Erdöl, werden dafür jedoch extra Nutzpflanzen angebaut, um daraus den Biokunststoff herzustellen. Häufig wird hier PLA (Polylactide) genutzt. Dieser wird aus Zucker oder Stärke hergestellt, der aus Zuckerrüben, Zuckerrohr bzw. Mais gewonnen wird. Der Verwendung von Papp-Bechern mit einer Beschichtung aus Biokunststoff löst zwar die Recycling-Probleme, ist aber ähnlich energieintensiv in der Herstellung, wie die konventionellen Coffee-to-go Becher.

Mehrweg-Themobecher, statt Einweg-Becher

Wer das Müllproblem an der Wurzel angehen will, sollte auf Mehrweg-Becher oder Isolierkannen umsteigen. Da diese bis zu 1000 mal genutzt werden können, relativiert sich der höhere Herstellungsaufwand für einen Mehrwegbecher gegenüber einem Einwegbecher. Becher aus Edelstahl bieten den Vorteil, dass hier weniger Chemikalien aus Kunststoffen in den Kaffee übertreten können. Wichtig ist hier BPA-freier Kunststoff. Sie sind auch robuster als Mehrwegbecher aus Kunststoff.

BPA-freier Mehrweg Kaffeebecher aus Edelstahl und BambusBPA-frei: Edelstahl-Themobecher mit Teesieb mit Bambus als Außenmaterial 

Ökobilanz: wie umweltfreundlich sind Mehrwegbecher?

Bei der Ökobilanz wird die Reinigung eines Mehrwegbechers mit der Herstellung eines Einwegbechers verglichen. Der Energieaufwand für die Herstellung eines Einwegbechers verursacht ein Treibhausgasausstoß von 30g CO2. Dem gegeüber erzeugt die Reinigung eines Mehrwegbechers dagegen nur 9g CO2.Mehrweg Kaffeebecher aus EdelstahlMehrweg-Kaffeebecher aus Edelstahl von Emsa

Würden alle Mensch in Deutschland konsequent auf Mehrweg-Becher umsteigen, könnten 64.000 Tonnen Holz, 9.400 Tonnen Polystyrol und 1.500 Tonnen Polyethylen eingespart werden (Quelle: DUH).


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