Klimaflüchtlinge: Flüchtlinge auf der Flucht vor dem Klimawandel

Klimaflüchtlinge sind Armutsflüchtlinge – denn sie können sich nicht vor den Folgen des Klimawandels schützen. Armut ist genauso bedrohlich wie Krieg oder Vertreibung. Warum fällt es so schwer Klimaflüchtlinge als legitime Flüchtlinge anzuerkennen? „Klimaflüchtlinge: Flüchtlinge auf der Flucht vor dem Klimawandel“ weiterlesen

Ein ökologischer Gartenzaun zum Nulltarif im Selbstbau

Einen Zaun aus dicht gepflanzten Weidenstecklingen wird mit der Zeit zu einem lebenden Zaun der ökologisch ist und fast nichts kostet außer ab und zu einen Rückschnitt und etwas Wasser in trockenen Zeiten

Ein lebender Zaun aus Weide ist ökologischer Sichtschutz

Vor neugierigen Blicken hilft ein Sichtschutz. Der Handel bietet viele Möglichkeiten. Angefangen vom hölzernen Lamellenzaun bis zum Maschendrahtzaun. Für viel Geld kann man kiloweise Schrott nach Hause fahren. Warum nicht einen kostenlosen Zaun bauen, der eine Bereicherung für die biologische Artenvielfalt darstellt? Der sich selbst repariert und am Ende seiner Lebenszeit nicht entsorgt werden muss?

Diese Anleitung für einen Weidenzaun zeigt dir, wie du ganz leicht selbst einen ökologischen Sichtschutz selber bauen kannst.

Bauanleitung für einen lebenden Zaun aus Weidenstecklingen

Die folgende Anleitung beschreibt, wie du dir aus Weidenstecklingen einen lebenden Zaun wachsen lassen kannst. Dazu brauchst du folgende Dinge:

  • Grünholzsäge*: bitte keinen Fuchsschwanz nehmen, das ist für den Baum nicht gut (unsauberes Schnittbild) und sägt sich einfach schlecht
  • scharfes Messer
  • Spaten
  • Eimer
  • Schnur aus Naturmaterial (Hanf, Sisal, Baumwolle)
  • ein paar Weiden für die Weidenstecklinge

1. Weidenstecklinge für Gartenzaun vorbereiten

Als Materialspender eignen sich besonders Kopfweiden. Diese haben viele Triebe, welche auch noch in entspannter Arbeitshöhe abgesägt werden können. Die Ruten sollten an ihrer dünnsten Stelle mindestens 3cm Durchmesser haben. Mit einem Messer ist da nichts mehr zu machen. Weidenholz ist auch ein sehr biegsames Holz. Abbrechen der Triebe führt zu starken Verletzungen des Baumes. Mit einer scharfen Grünholzsäge nur so viele Triebe entfernen, dass dem Baum noch genügend Blattwerk für sein Weiterleben bleibt. Mit einem Messer die Triebspitze, Zweige und Blätter entfernen. Zusätzlich kann auch noch die untere Schnittkante angeschrägt werden. Für meinen Sichtschutz habe ich die Ruten auf zwei Meter Länge geschnitten.

2. Anwurzeln der Weidenstecklinge im Wasser

Manche lassen diesen Schritt aus und setzen die frisch geschnittenen Stecklinge direkt in den Boden. Ich ziehe es vor, meinen Stecklingen einen Vorsprung zu geben: zum Anwurzeln stelle ich sie circa zwei Wochen in einen Wassereimer. Sobald die ersten Wurzeln sich zeigen, kann es es mit dem Einpflanzen weitergehen.

Weidenruten mit Wurzelansätzen
Weidenstecklinge mit Wurzeln für den Weidenzaun

3. Setzen der Weidenstecklinge

Die Stecklinge werden mindestens 30cm tief in die Erde gepflanzt. Dabei darauf achten, dass die feinen Wurzelansätze nicht abbrechen. Leichter geht dies, wenn jemand hilft: eine Person hält den Steckling in gewünschter Position, die andere füllt die Löcher mit Erde auf. Ich habe meine Steckling schräg gepflanzt damit sie sich gegenseitig überkreuzen. An den Kreuzungen habe ich die Steckling mit einem Baumwollband zusammengebunden. Hoffentlich wachsen sie in Zukunft an dieser Stelle zusammen.

4. Der Weidenzaun muss täglich gegossen werden!

Besonders in den ersten Tagen braucht der Zaun viel Wasser. Wenn die Wurzeln lang genug gewachsen sind, versorgt sich der lebende Sichtschutz selbst mit Wasser und Nährstoffen. Je besser das Anwachsen klappt, je höher die Überlebensrate der einzelnen Stecklinge. Der Zaun auf den Bildern ist inzwischen knapp ein Jahr alt und circa 80% der Stecklinge haben den Winter überlebt.

lebender Zaun aus Weide, taugt später auch als Sichtschutz
lebender Zaun aus Weide, taugt später auch als Sichtschutz

Mehr braucht es nicht. Und nebenbei hat man dutzende Bäumen gepflanzt und seinen ökologischen Fußabdruck verbessert.

Deshalb ist ein lebender Gartenzaun aus Weiden ökologischer

Ein herkömmlicher Lattenzaun im Selbstbau benötigt ungefähr die gleiche Arbeitszeit. Das Betonfundament ist in der Herstellung aufwändiger, dafür entfällt das Gießen bzw. die Pflege des lebenden Zaunes. Von Vorteil ist, dass der Sichtschutz sofort nach Montage der Latten in vollem Umfang ausgebildet ist. Der Weidenzaun braucht ein paar Wochen, bis die Wurzeln gut angewachsen sind.

Vergleich der ökologischen Kosten: Weidenzaun vs. Lattenzaun

Ein großer Unterschied besteht in den Kosten: für den Lattenzaun braucht es Beton, Verschalungsmaterial, Metallfüße, Schrauben, Latten und den Anstrich für den Witterungsschutz. Zement und Metall sind sehr energieaufwändig in der Herstellung. Naturmaterialen sind dagegen CO2-neutral. Ein lebender Zaun aus Weiden benötigt kein Verbrauchsmaterial außer einer Weide für die Stecklinge. Ein lebender Zaun bietet vielen Insekten einen Lebensraum und schafft ein Mikroklima angenehmes Mikroklima. So ein lebender Zaun ist rein optisch toll anzusehen: kein totes Material, sondern lebendige Natur! Und wenn alles klappt, gibt es eine neue kleine Baumreihe aus Weiden.


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Titelfoto: Zaun mit sich überkreuzenden Weidenstecklingen (Quelle: TransitionsBlog.de CC-BY-SA)

Treibhausgase: wer verursacht sie und was können wir dagegen tun?

Alle sprechen von der Notwendigkeit den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Doch wer ist genau für die Emissionen in Deutschland verantwortlich? Ein Blick auf die Zahlen vom Bundesumweltamt (2012) verrät augenscheinlich die Hauptschuldigen für die Kohlendioxid (CO2)-Produktion: Energiewirtschaft, Verkehr und die privaten Kleinverbraucher. Doch da fehlt doch wer…

Landwirtschaft als verdeckter Klimasünder

Die letzten Zahlen vom Umweltbundesamt beschreiben die Treibhausgasemissionen im Jahr 2012. Unter dem Diagramm steht kleingedruckt: „Kohlendioxidemissionen ohne Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft“. Sind diese etwa unbedeutend, wenn sie nicht im Diagramm erwähnt werden?

Keinesfalls! Sie produzieren zwar nicht viel Kohlendioxid, dafür aber andere klimarelevante Gase wie Methan, Stickoxide und Ammoniak. Diese lassen sich in ihrer Wirkung mit Kohlendioxid vergleichen, um daraus ein Kohlendioxid-Aquivalent zu berechnen. Das Umweltbundesamt weist Zahlen für Distickstoffoxid (Lachgas) und Methan sowie deren Kohlendioxid-Äquivalente aus. Daraus ergibt sich, dass die Landwirtschaft und Tierhaltung etwa 105 Millionen Tonnen CO2 in die Luft gepustet hat. Damit liegt sie knapp unter dem verarbeitendem Gewerbe aber immer noch doppelt so hohe Emissionen wie die Industrie.

Ursachen der Treibhausgase

  • Klimakiller Nummer 1 ist mit 360 Mio. Tonnen die Energiewirtschaft. Speziell die Kohleverfeuerung zur Stromproduktion in den Kohlekraftwerken ist Hauptschuldiger an den Treibhausgasen in Deutschland.
  • Klimakiller Nummer 2 mit 292 Mio. Tonnen der Verkehr zusammen mit Kleinverbrauchern und den privaten Haushalten. Alles was sich auf der Straße, in der Luft und im Wasser bewegt, erzeugt Kohlendioxid durch die Verbrennung von Treibstoff. Dazu kommen die Feuerungsanlagen in unseren Häusern. Also unsere Heizungen in denen Öl, Kohle oder Holz verbrannt werden.
  • Klimakiller Nummer 3 ist mit 166 Mio. Tonnen die Industrie. Diese Treibhausgase setzen sich zum Einen aus den Prozessfeuerungsanlagen, in den die notwendige Wärme und Energie produziert wird. Des Weiteren entstehen Treibhausgase direkt in den Industrieprozessen wie bei der Erdölraffination oder bei der Herstellung von Zement, Kalk oder Glas.
  • Klimakiller Nummer 4 mit 105 Mio. Tonnen die Landwirtschaft und Tierproduktion. Bei der Nutzung und dem Abbau von Kunstdünger und Gülle, die bei der Tierhaltung entsteht, werden Treibhausgase freigesetzt.

Handlungsplan zur Nachhaltigkeit – was können wir gegen Treibhausgase tun?

Nicht alle von uns können oder wollen sich in allen Bereichen ökologischer Verhalten. Manchmal kostet ökologisches Handeln mehr, als die umweltschädliche Alternative. Manchmal können wir aber auch Geld sparen und dennoch ökologisch sein. Zum Beispiel in dem wir einfach Dinge weniger kaufen (z.B. Fleisch): Warum nicht einfach mal an ein bis zwei Tagen die Woche sich vegan ernähren?

In allen Dingen ökologisch korrekt zu Handeln kann auch frustrieren weil wir geliebte Verhaltensweisen aufgeben sollten. Dennoch gibt es einige wenige Maßnahmen, bei denen wir wenig tun müssen und dennoch viel für das Klima tun können. Hier ein Handlungsplan nach den effizientesten Klimaschutzmethoden.

Energie sparen

  • Ökostrom kaufen
  • bei Neuanschaffungen auf energiesparende Geräte setzen wie z.B. LED-Lampen statt Halogenbirnen

Verkehrswende

  • öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad nutzen
  • Flugreisen vermeiden oder falls möglich internationale Bus- und Bahnverbindungen den Vorzug geben

Ernährung 


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