Kompostierbare DIY-Anzuchttöpfe aus Zeitungen selber machen

Kompostierbare Anzuchttöpfe aus Zeitungspapier, lassen sich leicht selber machen. Sie verrotten in der Erde auf und helfen Plastikmüll zu vermeiden. Diese Anleitung erklärt in 3 Schritten, wie DIY-Anzuchttöpfe gebastelt werden können. „Kompostierbare DIY-Anzuchttöpfe aus Zeitungen selber machen“ weiterlesen

Hochbeete aus Autoreifen: Upcycling-Kartoffelturm

Einfache Hochbeete selber bauen ist leichter als gedacht. Das Upcycling von alten Autoreifen spart Arbeit und ist haltbarer, als Hochbeete aus Holz. Durch stufenweises Stapeln der Reifen, können vielen Kartoffeln auf der Fläche eines Autoreifens angebaut werden. „Hochbeete aus Autoreifen: Upcycling-Kartoffelturm“ weiterlesen

Wie funktioniert DIY Plastik-Recycling @home?

Dave Hakkens zeigt mit seinen Open-Source Maschinen, wie Plastikmüll aus dem Haushalt recycelt werden kann. Mit selbst gebauten DIY Geräten zeigt er, wie Verpackungsabfall zerkleinert, geschmolzen und wieder zu neuen Gegenständen gepresst werden kann. Hier findest du Informationen, wie du selbst Plastikmüll recyceln kannst und welche Geräte du dafür brauchst.

Plastik-Recycling Fabrik in der Garage

Das Grundprinzip ist einfach: die Kunststoffart vom Plastikmüll anhand des Recycling-Symbols erkennen, in kleine Stücke zerschneiden und anschließend erhitzen. Der heiße Kunststoff ist wie Knete formbar und kann in jede erdenkliche Form gebracht werden. Nach dem Abkühlen ist er wieder genauso fest, wie davor. Dies lässt sich mit haushaltsüblichen Materialien wie Schere und Backofen auf dem Küchentisch selber machen. Dave Hakkens hat mit seinem Projekt Precious Plastics die Sache aber weiter professionalisiert: er hat Open-Source Selbstau-Anleitungen ins Netz gestellt, damit Menschen überall auf der Welt ihren Plastikmüll zu neuen Geräten oder Baumaterialien recyceln können.

Precious Plastics – Bauanleitungen für das Plastik-Recycling

Getrieben wurde er von der Idee, eine Lösung für die Probleme durch den weltweiten Plastikmüll zu finden und den Leuten die Fähigkeiten in die Hand zu geben, selbst nützliche Dinge daraus herzustellen. Das Resultat sind vier Maschinen, den den Grundstock für eine Recycling-Anlage bilden: Plastik-Schredder, Extrusionsmaschine, Spritzgussmaschine, Ofenpresse. Als Erweiterung von der Extrusionsmaschine gibt es noch ein Gerät, welches das Filament für 3D-Drucker auf die richtige Stärke reduziert und auf Spulen aufrollt. Zum Einsatz kommt meist der Kunststoff High Density Polyethylen (HDPE), dieser besitzt genau wie Polypropylen einen relativ niedrigen Schmelzpunkt und wird in vielen Plastik-Produkten eingesetzt. Dieser kann anhand seines Recycling-Symbols erkannt werden.

Plastik-Shredder

Wie der Name schon sagt, zerkleinert der Schredder Plastik-Flaschen, Yoghurt-Becher oder Schraubdeckel zu gleichmäßigen Spänen. Diese lassen sich leichter schmelzen und die Objekte haben weniger Lufteinschlüsse. Der Plastik-Schredder besteht aus einem Malwerk und einem Elektromotor. Die Baukosten belaufen sich auf ca. 180€. Die Bauanleitung gibt es hier.

Shredder für Plastik-Recycling (Quelle: davehakkens CC-BY)
Shredder für Plastik-Recycling (Quelle: davehakkens CC-BY)

Extrusionsmaschine – Endlosstrang aus Kunststoff

Die Extrusionsmaschine verarbeitet die Plastik-Späne zu einem endlosen Strang aus Plastik. Ein Schneckengewinde presst den Kunststoff in ein heißes Rohr mit einer Düse. Aus der tritt der heiße Kunststoff als endloser Plastik-Strang aus. Diese kann dazu genutzt werden, ihn um Formen zu wickeln oder zu Granulat zu hacken, welches als Rohstoff für weitere Projekte genutzt werden kann.

Messergriff aus Plastik-Filament (Quelle: davehakkens CC-BY)
Messergriff aus Plastik-Filament (Quelle: davehakkens CC-BY)

Ofenpresse – Thermoformen aus dem Küchen-Backofen

Die Kunststoff-Späne aus dem Shredder lassen sich im erhitztem Zustand in eine Form pressen. Dazu reicht ein normaler Backofen in welchem das Plastik in eine Metallform gepresst wird. Die Form wird im Backofen fixiert, mit dem Kunststoff erhitzt und durch ein Loch im Boden mittels Wagenheber und einer Stange langsam zusammengedrückt. Daraus lassen sich z.B. Schüsseln oder Kunststoff-Platten pressen.

heißer Kunststoff lässt sich in unterschiedlichste Formen pressen (Quelle: davehakkens CC-BY)
heißer Kunststoff lässt sich in unterschiedlichste Formen pressen (Quelle: davehakkens CC-BY)

Spritzgussmaschine

Die meisten kleine Plasik-Gadgets in unserem Alltag wurden mit dem Spritzgussverfahren hergestellt. Dabei wird wieder heißer Kunststoff unter Druck in eine Form gepresst. Auch für dieses  Verfahren gibt es eine einfache Maschine zum selberbauen. Die Formen, die an die Düse geschraubt werden, lassen sich mit unterschiedlichen Methoden herstellen: axensymmetrische Objekte lassen sich an einer Drehbank bauen, die Form für rechtwinklige Objekte lässt sich leicht zusammenschweißen und wer es komplizierter mag, kann sie mit einer CNC-Fräse herstellen.

Recycling-Griffe für Möbel aus der Spritzgussmaschine (Quelle: davehakkens CC-BY)
Recycling-Griffe für Möbel aus der Spritzgussmaschine (Quelle: davehakkens CC-BY)

Um das Projekt Precious Plastic hat sich mittlerweile eine Community herum aufgebaut, die an verschiedenen Orten der Welt selbst die Maschinen nachbauen und verbessern. Die Maschinen lassen sich mit einem Material-Aufwand zwischen 120€ bis 190€ – setzen aber eine gut ausgestattete Metallbau-Werkstatt mit Schweißgerät, Winkelschleifer und Tischbohrmaschine voraus. Wer es erst einmal daheim in der Küche versuchen möchte, kann auch mit der Schere Plastik-Müll zerschneiden und im Ofen erhitzen. Ein Form aus zusammengeschraubten Holzlatten reicht für den Anfang auch schon aus, um schöne Ergebnisse zu produzieren. Wer es professioneller machen möchte, kommt mit der zeit nicht um einen Shredder drum herum – das Schneiden mit der Schere führt schon bald zu Blasen an den Fingern.


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Kunststoff Recycling zu Hause: HDPE aus Plastikabfall

Recycling-Code Nr. 2 für HDPE auf einer Kunststoff-Verpackung für Waschmittel (Quelle: Transitionsblog.de CC BY-SA 3.0)

Kunststoff-Verpackungen aus HDPE umgeben uns in vielen Bereichen im Haushalt. Warum ist Polyethylen als Werkstoff für DIY Ideen so praktisch und wie lässt sich der Kunststoff von anderen Plastik-Sorten unterscheiden? Hier erfährst, wie du HDPE im Haushaltsmüll erkennst und warum es der beste Kunststoff für die ersten Recycling-Experimente ist.

Plastik-Alleskönner: Eigenschaften von HDPE

HDPE steht für High-Density-Polyethylene, also Polyethylen mit hoher Dichte. Dieses wird als harter Kunststoff in vielen Plastikprodukten in unserem Alltag eingesetzt. Zum Beispiel als Plastik-Deckel für Tetra-Packs und Getränkeflaschen, als Behälter für Shampoo und Waschmittel oder als Material für Regentonnen, Kanister oder Yoghurt-Bechern. Ebenso gibt es auch Polyethylen mit niedriger Dichte (LDPE – Low-Density-Polyethlene), welches als weicher Kunststoff vorwiegend für Plastiktüten oder z.B. in biegsamen Plastik-Deckeln von Brotdosen eingesetzt wird.

Plastik-Verpackungen aus Polyethylen (HDPE) im Haushalt
Plastik-Verpackungen aus Polyethylen (HDPE) im Haushalt

Unterschiede zu anderen Kunststoffsorten

Kunststoffe lassen sich grob in drei Sorten einteilen: Thermoplaste, Duroplaste und Elastomere. Elastomere sind weich und können unter Druck kurzzeitig ihre Form verändern, sind also elastisch. Duroplaste ist hart und spröde. Es kann seine Form nicht verändern. Durch Druck und Hitze wird es zerstört. Thermoplaste hingegen ist auch fest, schmilzt aber bei hohen Temperaturen und kann dann in eine neue Form gebracht werden. Nach dem Abkühlen ist es wieder fest und behält sein neue Form bei. Polyethylen ist ein thermoplastischer Kunststoff. Ohne Farbstoffe ist es ein milchig-trüber, fester Kunststoff. Ab einer Temperatur von 130°C beginnt er langsam zu schmelzen. Seine Oberfläche ist eher wachsartig und nicht so glatt und fest wie von PET-Flaschen. Aufgrund seiner Dichte schwimmt er auf Wasser – dadurch kann er z.B. von Polystyrol unterschieden werden, welches eine geringfügig höhere Dichte als Wasser hat und deswegen untergeht. Da HDPE relativ unempfindlich gegen viele Chemikalien ist, wird er viel für Behälter für Haushaltschemikalien eingesetzt.

Polyethylen erkennen: Recycling-Code und Abkürzungen auf Plastik-Verpackungen

Um die Sortierung unterschiedlicher Kunststoffe zu erleichtern, hat sich die Kunststoff-Industrie auf eine einheitliche Kennzeichnung geeinigt. Auf Plastik-Verpackungen findet sich ein Recycling-Code, der Auskunft über den Kunststoff gibt. Das Recycling-Symbol besteht aus einer Pyramide aus drei Pfeilen, die eine Zahl oder Buchstabenkombination umschließen. Für Polyethylen hoher Dichte steht der Recycling-Code „2“ oder auch „02“. Alternativ wird der Zahlencode auch durch die Buchstabenkombination PE (Polyethylen) oder auch HDPE bzw. PE-HD ersetzt. Oftmals besteht ein Plastik-Produkt aus unterschiedlichen Kunststoffen. Jedes Kunststoffteil sollte einen eigenen Code tragen. Plastik-Flaschen sind oft aus PET (Recycling-Code 01) und der Deckel dazu aus HDPE. Meine Brotdose besteht aus Polypropylen (PP bzw.  Recycling-Code 05) und der Verschluss aus LDPE (04).

HDPE als DIY Werkstoff zum basteln und bauen

Statt Kunststoffe im Baumakrt zu kaufen, bietet Recycling viele ökologische Vorteile. Besonders vor dem Hintergrund, dass industrielles Recycling von Kunststoff-Müll im Rahmen vom Grünen Punkt kaum stattfindet und noch oft in der Müllverbrennung landet. Nachhaltiger ist das eigene Recycling zu Hause. Die Vorteile von HDPE sind seine hohe Verfügbarkeit, einfache Bearbeitung mit Holzwerkzeugen und die geringe Schmelztemperatur. Um es auf den Punkt zu bringen: es lässt sich einfach schmelzen, schweißen, bohren, sägen und ist dennoch fest und widerstandsfähig.

Plastiktüten mit Bügeleisen zu robusten Folien verarbeiten

Plastiktüten und Folien aus LDPE lassen sich mit einem Bügeleisen zu robusten Folien verschweißen.

Plastiktüten in LDPE lassen sich mit dem Bügeleisen zu festen Folien verschweißen
Plastiktüten in LDPE lassen sich mit dem Bügeleisen zu festen Folien verschweißen

Viele Tüten übereinander ergeben nach dem Verschweißen eine robuste Folie, die wie Leder vernäht oder mit anderen Folien zusammengefügt werden kann.


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