Treibhausgase: wer verursacht sie und was können wir dagegen tun?

Verursacher von Treibhausgas-Emissionen in Deutschland

Alle sprechen von der Notwendigkeit den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Doch wer ist genau für die Emissionen in Deutschland verantwortlich? Ein Blick auf die Zahlen vom Bundesumweltamt (2012) verrät augenscheinlich die Hauptschuldigen für die Kohlendioxid (CO2)-Produktion: Energiewirtschaft, Verkehr und die privaten Kleinverbraucher. Doch da fehlt doch wer…

Landwirtschaft als verdeckter Klimasünder

Die letzten Zahlen vom Umweltbundesamt beschreiben die Treibhausgasemissionen im Jahr 2012. Unter dem Diagramm steht kleingedruckt: „Kohlendioxidemissionen ohne Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft“. Sind diese etwa unbedeutend, wenn sie nicht im Diagramm erwähnt werden?

Keinesfalls! Sie produzieren zwar nicht viel Kohlendioxid, dafür aber andere klimarelevante Gase wie Methan, Stickoxide und Ammoniak. Diese lassen sich in ihrer Wirkung mit Kohlendioxid vergleichen, um daraus ein Kohlendioxid-Aquivalent zu berechnen. Das Umweltbundesamt weist Zahlen für Distickstoffoxid (Lachgas) und Methan sowie deren Kohlendioxid-Äquivalente aus. Daraus ergibt sich, dass die Landwirtschaft und Tierhaltung etwa 105 Millionen Tonnen CO2 in die Luft gepustet hat. Damit liegt sie knapp unter dem verarbeitendem Gewerbe aber immer noch doppelt so hohe Emissionen wie die Industrie.

Ursachen der Treibhausgase

  • Klimakiller Nummer 1 ist mit 360 Mio. Tonnen die Energiewirtschaft. Speziell die Kohleverfeuerung zur Stromproduktion in den Kohlekraftwerken ist Hauptschuldiger an den Treibhausgasen in Deutschland.
  • Klimakiller Nummer 2 mit 292 Mio. Tonnen der Verkehr zusammen mit Kleinverbrauchern und den privaten Haushalten. Alles was sich auf der Straße, in der Luft und im Wasser bewegt, erzeugt Kohlendioxid durch die Verbrennung von Treibstoff. Dazu kommen die Feuerungsanlagen in unseren Häusern. Also unsere Heizungen in denen Öl, Kohle oder Holz verbrannt werden.
  • Klimakiller Nummer 3 ist mit 166 Mio. Tonnen die Industrie. Diese Treibhausgase setzen sich zum Einen aus den Prozessfeuerungsanlagen, in den die notwendige Wärme und Energie produziert wird. Des Weiteren entstehen Treibhausgase direkt in den Industrieprozessen wie bei der Erdölraffination oder bei der Herstellung von Zement, Kalk oder Glas.
  • Klimakiller Nummer 4 mit 105 Mio. Tonnen die Landwirtschaft und Tierproduktion. Bei der Nutzung und dem Abbau von Kunstdünger und Gülle, die bei der Tierhaltung entsteht, werden Treibhausgase freigesetzt.

Handlungsplan zur Nachhaltigkeit – was können wir gegen Treibhausgase tun?

Nicht alle von uns können oder wollen sich in allen Bereichen ökologischer Verhalten. Manchmal kostet ökologisches Handeln mehr, als die umweltschädliche Alternative. Manchmal können wir aber auch Geld sparen und dennoch ökologisch sein. Zum Beispiel in dem wir einfach Dinge weniger kaufen (z.B. Fleisch): Warum nicht einfach mal an ein bis zwei Tagen die Woche sich vegan ernähren?

In allen Dingen ökologisch korrekt zu Handeln kann auch frustrieren weil wir geliebte Verhaltensweisen aufgeben sollten. Dennoch gibt es einige wenige Maßnahmen, bei denen wir wenig tun müssen und dennoch viel für das Klima tun können. Hier ein Handlungsplan nach den effizientesten Klimaschutzmethoden.

Energie sparen

  • Ökostrom kaufen
  • bei Neuanschaffungen auf energiesparende Geräte setzen wie z.B. LED-Lampen statt Halogenbirnen

Verkehrswende

  • öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad nutzen
  • Flugreisen vermeiden oder falls möglich internationale Bus- und Bahnverbindungen den Vorzug geben

Ernährung 


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2 Gedanken zu „Treibhausgase: wer verursacht sie und was können wir dagegen tun?“

  1. es wurde beim verkehr nicht berücksichtigt, dass davon ein großer teil der industrie zuzuordnen wäre, daher stimmt die graphik nicht. bei landwirtschaft wird den tieren der größte teil des methanausstoßes zugeschrieben, dabei ist es der reisanbau. bei veganern ist, wie bei bei pflanzenfressern ein methanausstoß vorhanden, aber nicht genau messbar, da ein teil durch die lunge ausgeschieden wird und ein teil durch den kot, der mehr ist asl bei fleischessern (Balaststoffe) und sich das methan erst in der kläranlage entwickelt.

    1. Hallo Gerhard,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Die Zahlen in der Graphik beziehen sich auf den Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland. Der Reisanbau ist besonders in Süd-Ostasien eine wesentliche Quelle für Methan – also weltweit gesehen ist es definitiv eine Quelle.
      In Deutschland ist der Ausstoß vom Klimakiller-Treibhausgas Methan in der Landwirtschaft so groß, da viel Massentierhaltung betrieben wird. Bei Wiederkäuern entsteht Methan im Verdauungstrakt (Methangärung). Viel Tierhaltung = viel Methan.

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