Test von einem Holzgas-Campingkocher / Holzvergaser

Langzeit-Test: Vor- und Nachteile von Holzvergaser Camping-Kochern

Was sollte beim Camping mit Holzvergaser-Kochern beachtet werden? Mit diesen Tipps vermeidest du frustrierende Fehler und kennst die Vor- und Nachteile von Holzgaskochern.

Endlich habe ich meinen Lixada Campingkocher über einen Zeitraum von 3 Wochen ausgiebig testen können. Täglich wurde Essen, Tee und Kaffee für zwei Personen gekocht. Überzeugt hat er mich schon bei meinem ersten Erfahrungsbericht. Diesen Bericht ergänze ich mit den folgenden Tipps beim Einsatz dieser Kocher:

  1. Tipps zum Anzünden
  2. Ungewolltes Ausgehen des Holzvergasers
  3. Welches Brennmaterial eignet sich?
  4.  Wichtiges Zubehör: Handschuhe und Windschutz
  5.  Mythos Holzvergaser: rauchfrei und sauber?

Tipps zum Anzünden

Die einfachste Art zum entzünden des Holzvergasers ist es unten ein kleines Start-Feuer zu machen und dann schichtweise erst dünnere, dann dickere Holzstücke in die Brennkammer zu geben. Mit der Zeit sammelt sich genügend Glut, die für die Pyrolyse notwendig ist. Anfangs hilft es kleine Stöckchen in einer Linie in die Bodenlöcher im Rost zu stecken, um damit die Brennkammer in zwei Bereiche zu trennen. Ein Bereich wird mit trockenen Feinästen oder Spänen gefühlt. In die andere Seite kommt dann als Anzündhilfe brennende Birkenrinde, Kiefernadeln oder Papier. Brennen diese gut in der unbefüllten Kammer, kippe ich den Kocher in die Richtung der Anzündhilfe. So schlagen die Flammen in die Kammer mit den Feinästen und setzen sie in Brand. Dies ist mittlerweile meine Lieblingstechnik, da ich alles vorbereiten kann bevor die erste Flamme im Kocher brennt.

Ungewolltes Ausgehen des Kochers

Ist die Brennkammer zu voll oder zu leer neigt der Kocher zum Ausgehen. Leicht zu Erkennen am Qualm, der dann aufsteigt. Wenn die Brennkamer zu voll ist, lässt sie sich oft durch Anpusten wieder in Brand setzen. Dies ist aber schwieriger, wenn ein Topf auf dem Kocher steht.

Ist die Brennkammer zu leer, reicht die Temperatur im Kocher nicht mehr aus, um das Holzgas bei der Sekundärverbrennung zu entzünden. Hier hilft es, ab und an dünnere Holzstücke immer wieder hinzu zu geben, die kurz unter dem Topfboden brennen. Damit halten sie die Sekundärverbrennung im Gang. Denn die Pyrolyse produziert bei heißer Brennkammer weiterhin Holzgas, auch wenn die Flamme erloschen ist. Nach längerer Kochzeit setzen sich die Löcher im Bodenrost mit Asche zu. Dies reduziert die Sauerstoffgehalt im ganzen Kocher, was auch zum ungewollten Ausgehen führt. Kurzes Rumstochern in der Glut lässt die meiste Asche aus den Löchern herausfallen und der Weg für die Luft ist wieder frei.

Welches Brennmaterial eignet sich?

Von der Dicke der Äste muss nichts größer als daumendick sein. Batoning (dickere Holzstücke mit dem Messer spalten) ist im Regelfall nicht notwendig. Totholz in Bäume ist meine erste Wahl. Es ist trockener als am Boden liegende Äste und fügt Bäumen und Sträuchern keinen Schaden zu. Zum Anzünden eignen sich Birkenrinde, trockene Nadeln von Nadelbäumen und deren Baumharz.

Wichtiges Zubehör: Windschutz und Handschuhe

Windschutz

Ein Windschutz spart Brennmaterial, Kochzeit und Stress. Dabei ist es egal, ober es eine improvisierte Mauer aus Steinen oder Holzstämmen ist oder mitgebrachter Windschutz ist. Der Holzkocher ist anfällig für Seitenwinde, die die Flammen vom Topfboden wegwehen und die Topf auskühlen. Im Idealfall schützt er also nicht nur den Kocher, sondern auch den Topf selbst.

Ein robuster Windschutz aus faltbaren Alu-Platten gibt es fertig zu kaufen:

faltbarer Windschutz aus Aluminium-Platten

Zur Not lässt sich aus Alu-Folie aus dem Supermarkt ein einfacher Windschutz selber bauen. Auch das Zerkleinern von Ästen geht sehr viel schneller mit geschützten Händen.

Handschuhe

Sind auch nicht zwingend notwendig, sparen aber eine Menge Frust und Schmerz. Mittlerweile habe ich immer Arbeitshandschuhe dabei, weil sie in vielen Situationen nützlich sind. Öfter sind mir Kocher oder Töpfe umgekippt, da sie wackelig standen. Ein unbedachter Griff an heiße Teile kann schnell schmerzhaft werden. Auch das Zerkleinern von Ästen geht sehr viel schneller mit geschützten Händen.

Mythos Holzvergaser: rauchfrei und sauber?

Rauch beim Holzvergaser

Oft werden die Holzvergaser als rauchfrei angepriesen. Dies muss relativiert werden. Sie sind weniger rauchend als ein Lagerfeuer oder ein Hobo-Kocher. Aber rauchfrei sind sie nicht – nur bei Idealbedingungen. Sie qualmen beim Anmachen, sie qualmen beim vorzeitigen Ausgehen und sie qualmen einem direkt ins Gesicht beim Anpusten des Feuers.

nicht rauchfrei: Holzvergaser kurz nach Erlöschen der Flamme
nicht rauchfrei: Holzvergaser kurz nach Erlöschen der Flamme

Verrußte Töpfe

Qualm deutet immer auf ein unsaubere Verbrennung hin. Dies führt auch zu starken Ruß an den Töpfen, die die silberne Metallschicht mit einer schwarzen Ruß-Schicht umhüllt. Diese sollte öfters abgewaschen werden, da sie Hände und Gepäck sonst dreckig macht und mit der Zeit zu einer dicken festen Schicht auf dem Topf führt. Dies behindert die Wärmeleitung und macht das Kochen ineffizient.

Edelstahlkanne nach dem Langzeit-Holzvergaser-Test: oben mit Ruß, unten gereinigt
Edelstahlkanne nach dem Langzeit-Holzvergaser-Test: oben mit Ruß, unten gereinigt

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