Kochen mit dem Wonderbag / Kocksack

Ein Wonderbag mit eingeschlossenem Topf

Energiesparend Kochen im Bett oder mit einem Kochsack und Wonderbag? Diesen Energiespartipp in der Küche nutzten schon unsere Großeltern.

Was ist ein Wonderbag?

Der Wonderbag ist ein Kochsack, also im Prinzip ein gut isolierter Sack. In diesen wird der auf dem Herd erhitzte Topf gestellt. Er hält den Topf warm, so dass das Kochgut weiterkochen kann und sich nur langsam abkühlt. Also wie eine Art Schlafsack für den Topf. Die Idee kam ursprünglich aus Südafrika von Sarah Collins. Während eines Stromausfalls kam ihr die Idee, wie dadurch in knappen Zeiten beim Kochen Energie gespart werden kann.

Kochsack Slow Cooker von Ecostoof als alternativer Wonderbag
Kochsack Slow Cooker von Ecostoof als alternativer Wonderbag*

Neben dem Wonderbag gibt es auch Kochsäcke mit anderen Namen. Der Kochsack Slow Cooker* von Ecostoof sieht zwar etwas anders aus als der Kochsack von Wonderbag, arbeitet aber nach dem gleichen Prinzip: der Kochsack isoliert den Topf und hält ihn lange warm.

Energiesparen beim Kochen

Der Herd ist einer der größten Energiefresser im Haushalt. Eine Kochplatte von einem modernen Ceran-Kochfeld verbraucht je nach Modell zwischen ein bis zwei Kilowatt pro Stunde (kW/h). Bei einem Strompreis von 30 Eurocent pro kW/h und einem Gericht, dass 30 Minuten auf einer Kochplatte mit 1,5 kW Leistung gekocht wird, entstehen Stromkosten von circa 23 Cent. Nun, das könnte beispielsweise ein Topf Reis sein. Kommt dafür noch ein Topf mit einer Tomatensoße dazu, dann kann das Kochen auf dem Herd schnell mal einen halben Euro kosten – nur für den Strom! Hier eine Anleitung, zu der Formel wie die Stromkosten berechnet werden.

Das Bett – die Alternative zu Kochkiste oder Wonderbag

Als Kind hatte ich oft bei meinen Eltern beobachtet, dass sie einen Topf mit kochendem Milchreis in ein Handtuch eingeschlagen und in ein Bett gestellt haben. Durch die gute Isolation kocht der Milchreis im Bett weiter – ohne Energiezufuhr. Je besser der Topf durch Decken und Kissen isoliert war, desto schneller ging es.

Kochtopf mit Handtüchern als Alternative zu einem Kochsack
Kochtopf mit Handtüchern als Alternative zu einem Kochsack

Vorteile vom Kochsack: Kein Anbrennen mehr

Dies habe ich dann in den letzten Monaten auch mit Nudeln, Reis und Kartoffeln ausprobiert. Es klappt vorzüglich! Der Vorteil ist, dass nichts Anbrennen oder Überkochen kann. Durch das Garen im Bett bleiben auch mehr Vitamine erhalten, da die Temperatur beim Garen geringer ist. Der Nachteil ist die Eingewöhnungszeit. Es erfordert ein wenig Übung um den Zeitpunkt abzuschätzen, wann das Gericht fertig ist. Gewöhnungsbedürftig war zuerst auch, dass sich die Griffe am Topf erwärmen. Auch ein isolierter Topfgriff kann dabei heiß werden. Ein Kochlappen schafft Abhilfe. Persönlich empfinde ich das Kochen insgesamt stressfreier. Während die Sättigungsbeilage gart, habe ich Zeit mich auf  anderen Arbeiten in der Küche zu konzentrieren oder kann entspannt Zeitung zu lesen. Wer zum Kochen kein Bett zur Verfügung hat, kann auch einen Sessel und Kleidungsstücke zur Isolation nutzen. Ein paar Handtücher und eine Winterjacke funktionieren genauso gut. So lässt sich einfach ein Kochsack improvisieren.

Kochsack selber nähen oder Kochkiste bauen

Wer es professioneller mag, kann sich auch eine Kochkiste bauen. Dies ist eine gut isolierte Kiste mit Decken, in die der Topf gepackt wird. Die Großeltern werden vielleicht sogar selbst eine gehabt haben. In der Nachkriegszeit war Brennmaterial teuer und energiesparendes Kochen deshalb die logische Konsequenz. Wer es einfach mag, kann sich einen fertigen Kochsack kaufen.

Wonderbag: energiesparendes Kochen mit Kochsack
Wonderbag: energiesparendes Kochen mit Kochsack (Quelle: Fumi Yamazaki  CC BY-NC-SA 2.0)

Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich um einen gut isolierten Stoffsack, in den der Topf gestellt wird. Alternativ gibt es auch ein schönes Video-Tutorial zum Nähen eines Wonderbags/Kochsack oder hier eine Nähanleitung. Solch ein Kochsack lässt sich aber auch leicht improvisieren: ein paar Stoff-Tragebeutel ineinander legen und den Topf reinstellen. Wieder mit ein paar Handtüchern umhüllen und fertig ist der Low-Tech-Kochsack.

Nachteile vom Wonderbag / Kochsack

Wie bei allen Kocharten, ob Kochsack, Wonderbag, Slow Cooker oder im Bett gilt: die Griffe vom Topf werden heiß. Eigentlich ja auch klar, wenn der gesamte Topf isoliert wird, können die Griffe an der Raumluft sich nicht abkühlen. So heizen sich die Griffe im Wonderbag mit der Zeit auf die gleiche Temperatur auf, die auch im Topf herrscht. Kocklappen sind also Pflicht, wenn der Topf aus dem Kochsack genommen wird!

Würde ich mir einen Kochsack wieder kaufen?

Meinen Kochsack von Wonderbag habe ich jetzt schon viele Jahre. Ich nutze ihn haupsächlich für Gerichte mit langen Kochzeiten: Linsen, Bohnen und Reis. Ansonsten hält er bei mir die Speisen warm die ohne Kochsack gekocht wurden – aber auch später noch warm gegessen werden sollen.

Mir gefällt die entspannte Art zu kochen. Ich muss nicht die ganze Zeit den Topf bewachen. Im Kochsack kann nichts überkochen und nichts anbrennen. Das Essen gart im Kochsack und ich habe meine Aufmerksamkeit für andere Dinge frei.


 

Titelfoto: Fumi Yamazaki CC BY-NC-SA 2.0

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