Kastanien als Waschmittel

Kastanien als Waschmittel: die nachhaltige Alternative zu Waschnüssen

Kann man Kastanien genauso gut als Waschmittel nutzen wie Waschnüsse? Wie leicht ist es, Waschmittel aus Kastanien selber herzustellen? Meine Erfahrung mit einem natürlichen Waschmittel vom Kastanienbaum von nebenan.

Waschmittel aus Kastanien

Ob als Bastelmaterial für Kinder oder als geschätzte Heilpflanze gegen verschiedene Krankheiten. Die Samen der Rosskastanie können vielseitig verwendet werden. Der hohe Gehalt an Saponin in den Kastanien machen sie auch für eine weitere Verwendung interessant: als ökologisches Waschmittel. Ich habe Kastanienwaschmittel getestet – dies sind die Vor- und Nachteile.

Saponin als pflanzliches Waschmittel

Vorweg einmal ein paar Grundlagen. Wieso kann man überhaupt aus Kastanien Waschmittel selber herstellen? Dies liegt an dem hohen Gehalt von Saponin in der Kastanien. Der lateinische Name für Seife „sapo“ deutet schon auf die Verwendung hin. Wie auch im indischen Waschsnussbaum enthalten die Samen der Rosskastanie diesen Stoff, um sich gegen Insekten und Pilzbefall zu schützen. Dieser chemische Abwehrstoff hat aber auch die Funktion, zusammen mit Wasser eine fettlösende Waschlauge zu bilden – genauso wie künstliche Waschmittel auch. Nur das hier die Natur die Herstellung übernimmt und nicht die chemische Industrie.

Waschmittel aus Kastanien selber machen

Ich habe die Kastanien für diesen Versuch erst Ende Dezember gesammelt. Aber schon im September kann man die ersten Kastanien für seinen Waschmittelvorrat sammeln.

Waschmittel aus Kastanien: geschält und geschnitten
Waschmittel aus Kastanien: geschält und geschnitten

Die Kastanien habe ich nach dem Sammeln geschält und mit dem Messer zerkleinert. Das Schälen war teilweise recht mühsam, da die Schale nach zwei Tagen im trockenem Zimmer schon recht hart war und sich nur in kleinen Stücken vom inneren Kern der Kastanie lösten. Beim nächsten Versuch werde ich die Kastanien sofort nach dem Sammeln zu Waschmittel verarbeiten.

Müssen Kastanien als Waschmittel vorher geschält werden?

Auf dem Blog Fräulein Draußen von Kathrin habe ich gelesen, dass die Schale keine färbende Wirkung haben soll. Das heißt, dass das aufwändige Schälen sogar entfallen könnte. Beim nächsten Versuch werde ich sie als Ganzes zerkleinern und in der Waschmaschine testen.

mit Kastanien-Stücken gefüllter Waschbeutel
mit Kastanien-Stücken gefüllter Waschbeutel

Die kleingeschnittenen Kastanien von sechs Kastanien habe ich dann in einem Waschbeutel für Waschnüsse mit in die Wäsche gegeben. So bleiben die Kastanienstückchen schön zusammen an einem Ort und können später einfach im Biomüll entsorgt werden oder – noch besser – im Komposter zu bester Gartenerde kompostiert werden.

Flüssigwaschmittel aus Kastanien selber machen

Gehackte oder gestückelte Kastanien können auch in einem Glas Wasser über Nacht eingeweicht werden. So lässt sich aus Kastanien auch ein Flüssig-Waschmittel einfach selbst herstellen.  Das Saponin löst sich im Wasser und dies kann dann einfach für die nächste Wäsche genutzt werden. Wer nicht so lang warten will, kann die gehackten Kastanien auch einfach kurz aufkochen, wie es hier bei Smarticular beschrieben ist.

Fazit – meine Erfahrungen mit Waschmittel aus Kastanien

Mit dem Ergebnis war ich zufrieden. Ich hatte leicht verschmutzte Wäsche bei 50 Grad im Kurzwaschgang gewaschen. Überraschend war der Duft der Wäsche – diese roch absolut neutral. Das war für mich komisch, da ich die künstlichen Duftstoffe von den üblichen Waschmitteln gewohnt war. Die Kastanienstücke im Beutel dufteten nach dem Waschen angenehm nach frischen Sägespänen. Bei der Waschleistung gab es nichts zu kritisieren.

Auf anderen Seiten habe ich gelesen, dass die Waschleistung von Kastanien noch besser wird, je länger sie im Wasser einweichen können. Dies macht auch Sinn, denn das Saponin in den Kastanien muss zum Waschen natürlich aus den Kastanien in das Waschwasser der Waschmaschine gelangen. Insofern würde ein längerer Öko-Waschgang mit langen Einweichphasen die Waschleistung noch weiter verbessern. Vielleicht könnte dafür im Gegenzug die Temperatur gesenkt werden.

Schreibe mir gerne, wenn du da Erfahrungen zu hast!

Natürliche Waschmittel: Kastanien oder Waschnüsse?

Kastanien haben den Vorteil, dass sie regional sind. Waschnüssen werden vorrangig in Indien angebaut und dann in die ganze Welt exportiert. Nicht sehr ökologisch leider. Zudem kommt noch hinzu, dass es in Indien auch das traditionelle Waschmittel von armen Bevölkerungsschichten ist. Die Nachfrage aus dem reichen Norden als ökologisches Bio-Waschmittel hat dazu geführt, dass es für die Armen kaum noch zu bezahlen ist. Diesen greifen aus ihrer Not dann zum chemischen Waschmittel, was günstiger ist.

Kastanien oder Waschnüsse als nachhaltiges Waschmittel: Was ist besser?

In Bezug auf Waschnüsse braucht die Kastanie keinen Vergleich zu scheuen. Es ist natürlich aufwändiger, die Kastanien zu verarbeiten, als Waschnüsse fertig im Bio-Laden zu kaufen. Dafür sind sie kostenlos und müssen nicht über den halben Planeten transportiert werden. Für die nächste Kastaniensaison heißt es für mich jetzt große Mengen sammeln, sofort zerkleinern und dann anschließend trocknen. Damit können sie genauso genutzt werden, wie Waschnüsse – nur noch ökologischer, da sie hier überall wachsen und nicht über den halben Planeten transportiert werden müssen.


Kommentare

Ein Kommentar zu „Kastanien als Waschmittel: die nachhaltige Alternative zu Waschnüssen“

  1. Avatar von sibylle
    sibylle

    wunderbar! Vielen Dank dafür – so wirds jetzt gemacht 🙂

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