Stromverbrauch von Bitcoin: wie stark belastet eine Transaktion das Klima?

Stromverbrauch von Bitcoin-Netzwerk (Transaktion und Mining) steigt exponentiell

Bitcoin als Stromfresser: exponentieller Anstieg vom Stromverbrauch (Quelle: TransitionsBlog.de CC BY-SA-2.0)

Fakten zum aktuellen Stromverbrauch - bei einer Bitcoin-Transaktion aktualisieren alle Rechner des Bitcoin-Netzwerkes ihre Blochchain. Das braucht natürlich Strom. Mittlerweile so viel, dass sich Sorgen breit machen, wie nachhaltig der Stromverbrauch dieser Kryptowährung ist und wie sich dies auf den Klimawandel auswirkt.

Wie viel Strom kostet eine Bitcoin-Transaktion?

Nach den geschätzten Daten des Bitcoin Energy Consumption Index verbraucht eine Transaktion derzeit 819 kWh. Im Vergleich mit einem Kühlschrank mit 150 Watt, könnte dieser damit 8 Monate lang betrieben werden. Dabei ist es unerheblich, ob nur 0,004 oder 20 Bitcoins überwiesen werden – der Stromverbrauch bleibt der Gleiche. Verantwortlich für den Strom sind die vielen Rechner des Bitcoin-Netzwerks. Jede Transaktion muss auf jedem Server-Knoten in der Blockchain vermerkt werden und danach mit allen Servern abgeglichen werden, ob alle dieselbe Blockchain nach der Transaktion haben.

Stromvergleich bei Transaktion: Bitcoin vs. Visa

Im Vergleich mit einer Bitcoin-Transaktion von 819 kWh, braucht eine Transaktion im Visa-System nur lächerliche 0,0082 kWh. Damit verbraucht Bitcoin die 100.000-fache der Strommenge wie eine Visa-Transaktion. Müssten die Leute selbst die Stromkosten für eine Überweisung zahlen, würde ein Bitcoin-Transaktion bei einem Strompreis von 0,25 Euro pro kWh dann circa 200 Euro kosten. Diese Stromkosten werden aber ausgelagert in Gegenden, wo Strom viel günstiger als in Deutschland ist.

Gesamt-Stromverbrauch von Bitcoin

Transaktionen sind aber nicht das Hauptproblem. Bitcoin-Mining stellt hohe Anforderungen an die Rechner, die neue Bitcoins durch das Erzeugen von Zufallszahlen generieren. Diese müssen dann wieder mit der Blockchain abgeglichen werden, ob sie die Anforderungen für einen neuen Bitcoin erfüllen. Der Algorithmus dahinter heißt Proof of Work. Früher wurden Bitcoin auf normalen PC's und deren Grafikkarten generiert. Diese erwiesen sich mit ansteigender Komplexität der Berechnungen als nicht mehr effizient genug. Deswegen wird Bitcoin-Mining heute auf speziell entwickelter Hardware betrieben, den auch entsprechend gekühlt werden muss. Der gesamte Stromverbrauch von Bitcoin wird für 2018 auf insgesamt 56,2 TWh geschätzt. Das sind 56.200.000 Kilo-Watt-Stunden, was knapp dem jährliche Stromverbrauch von Israel entspricht.

Miner verwandeln Kohle und Öl zu Bitcoins und CO2

Die immense Stromkosten zeigen, dass die Rechner nur dort lukrativ eingesetzt werden können, wo Strom fast nichts kostet. Die Firmen, die die meisten Bitcoins generiert haben, sitzen alle in China. Diese Industrie-Miner wie F2Pool, AntPool, BTC.com und BW sind für circa 60% der Bitcoins verantwortlich. Mit 15% der errechneten Bitcoins gehen auf das Konto von BitFury in Georgien. Von den Energiekosten gesehen, würde sich Bitcoin-Mining besonders in Venezuela „lohnen“ da dort durch das billige Erdöl die Strompreise besonders niedrig sind. China und Georgien profitieren von dem billigen Kohlestrom in ihren Ländern.

Bitcoin und der Klimawandel

Da der Aufwand für das Bitcoin-Mining exponentiell steigt, steigt auch auch der Energiebedarf exponentiell. Theoretisch könnten die Bitcoin-Mining Hardware und die Server mit Ökostrom betrieben werden. Genaue Daten, aus welcher der Strom für das Bitcoin-Netzwerk kommt, gibt es nicht. Durch den hohen Energiebedarf ist es aber wahrscheinlich, dass billiger Strom genutzt wird. China hat zwar einen hohen Zuwachs an Windkraftanlagen, aber 65% der gesamten Stromproduktion in China wird immer noch durch die Verbrennung von Kohle und Erdöl gewährleistet.

Nachhaltigere Kryptowährungen

Das Stromintensive Bitcoin-Mining wird durch das Prof-of-Work Verfahren verursacht. Auch die Kryptowährung Ethereum setzt auf dieses aufwändige Verfahren. Es gibt aber auch stromsparende Verfahren für das Coin-Mining wie z.B. das Proof-of-Stake Verfahren. Hier werden auf Grundlage schon vorhandener Coins weitere Coins errechnet. Dies kann auf kleinen, stromsparenden Computern passieren. Dieses Verfahren wird zum Beispiel bei den Kryptowährungen NEO, Dash oder Lisk eingesetzt.


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