Wir wollen nicht nur die Tomaten – wir wollen die ganze Gärtnerei: Community Supported Agriculture (CSA)

Nachhaltigkeit durch Diversität - verschiedene Tomatensorten einer SOLAWI

Foto: Nachhaltigkeit durch Diversität - verschiedene Tomatensorten einer SOLAWI (Carly & Art CC BY-SA 2.0)

Wem Nachhaltigkeit am Herzen liegt, der setzt auf Bio-Lebensmittel. Die gibt es aber nicht nur vom Supermarkt oder aus dem eigenen Garten. Solidarische Landwirtschaft (SOLAWI) ermöglicht neue Beziehungen zwischen Produzenten und Konsumenten. Ein wichtiger Punkt für Nachhaltigkeit ist die Ernährung. Wer seine Bio-Lebensmittel in einem Supermarkt kauft, der kauft höchst wahrscheinlich die Produkte eines größeren Agrarbetriebes. Für diese Vermarktungsstruktur müssen die Produkte bestimmte Kriterien erfüllen: einheitliches Aussehen und bekannte Sorten. Da die Höfe oft weiter entfernt sind ist auch eine gute Transport- und Lagerfähigkeit wichtig. Um dies zu gewährleisten setzen die Betriebe oft auch Hybrid-Saatgut. Das sind Kreuzungen von Pflanzen, die die erwünschten Eigenschaften ihrer Eltern in sich tragen. Werden allerdings die Samen von solchen Pflanzen wieder ausgesät, verlieren sich ihre guten Eigenschaften wieder. Da das Aussehen solcher Früchte für den Verkauf im Einzelhandel ausschlaggebend sind, sind Gärtnereien auf solches speziell hergestellte Saatgut angewiesen. Für alte heimischen Sorten ist da kein Platz. So ist die Vielfalt der im Laden zu findenden Sorten beschränkt.

SOLAWI: Solidarische Landwirtschaft als nachhaltige Farm

Bei Formen von solidarischer Landwirtschaft läuft dies anders. Hier kauft der Kunde nicht ein Produkt im Laden, von dessen Preis dem Bauer ein Teil zukommt. Hier beteiligt sich der Kunde an dem Betrieb, wie es bei der Community Supported Agriculture (CSA) gemacht wird. Ob die Ernte gut oder schlecht wird, hat für den Bauer nicht mehr die Bedeutung, da er sich im jeden Fall sicher sein kann, Einnahmen zu haben. Damit kann er langfristig planen und auch Sorten anbauen, die er im Laden schlecht verkaufen an. Durch die Nähe von Konsument und Produzent gibt es auch neue Möglichkeiten der Kommunikation. Die Kunden können mitbestimmen, was angebaut werden soll. Durch die räumliche Nähe kann sich vor Ort über die Anbaumethoden informiert werden. Bei einigen Projekten beteiligen sich die KundInnen sogar direkt im Produktionsablauf wie z.B. bei Garten-Coop Freiburg. Die Mitglieder zahlen einen jährlichen Betrag und bekommen einen Anteil an den produzierten Obst und Gemüse. Zusätzlich können sie sich im gärtnerischen Bereich oder in der Verteilung der Produkte engagieren. Dies steigert die Nachhaltigkeit auf verschiedene Art und Weise. Die kurzen Entfernungen helfen Treibstoff einzusparen und es werden keinen Kühlhäuser benötigt. Aufwändige Verpackung entfällt und die Kunden können bei jedem Entstehungsschritt des Produktes dabei sein und mitentscheiden.


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