Hochbeete aus Autoreifen bauen: Kartoffelturm für Gärten mit wenig Platz

Upcycling: Kartoffelturm aus Autoreifen im Garten

Foto: Kartoffelturm aus Autoreifen (Quelle: Tony Buser CC-SA 2.0)

Einfache Hochbeete selber bauen ist leichter als gedacht. Das Upcycling von alten Autoreifen spart Arbeit und ist haltbarer, als Hochbeete aus Holz. Bei kleinen Gärten können speziell Kartoffeln in einem Kartoffelturm durch stufenweises Stapeln der Reifen die Zahl der Kartoffeln pro Beetfläche enorm steigern.

Hochbeete: mehr Vor- als Nachteile

Die Pflege von Hochbeeten ist sehr rückenschonend, da sich weniger gebeugt werden muss, um die Pflanzen zu erreichen. Richtig angelegt bleiben sie lange fruchtbar. Dies wird beim Befüllen der Beete mit groben Pflanzenmaterial und Holzschnitt in einer Schichtabfolge erreicht. Dieses zersetzt sich mit der Zeit und liefert damit Nährstoffe für die Pflanzen im Beet.

Hoher Materialaufwand beim bauen

Aufwändig bei der Anlage eines Hochbeetes ist die Einfassung. Diese muss stabil genug sein, um den Druck der Erde auszuhalten und weiterhin widerstandsfähig gegenüber Feuchtigkeit sein. Durch die konstante Nässe in der Erde wird Holz mit der Zeit angegriffen und zersetzt sich. Weniger umweltfreundliches Material wie Beton oder Metall als Einfassung hält länger, ist aber entsprechend teuer.

Upcycling: ein Kartoffelturm aus Autoreifen als Hochbeet

Gebrauchte Autoreifen hingegen sind ein kostenloser Werkstoff, der beides bietet: Stabilität und Widerstandsfähigkeit. Zudem haben sie die perfekte Form, um in einem Kartoffelturm eingesetzt zu werden. Die Wiederverwendung von Reifen hat auch einen hohen ökologischen Wert, da ein stoffliches Recycling fast nicht möglich ist. Als spezielle Form des Hochbeetes ist ein Kartoffelturm perfekt für hohe Erträge auf engstem Raum. Statt Kartoffeln in der Fläche eines Beetes anzubauen, werden stufenweise Autoreifen über die Kartoffeln gestülpt und mit Erde befüllt. Die Kartoffelpflanze wächst mit der Zeit durch darüberliegenden Reifen hindurch und bildet später über die gesamte Höhe Kartoffeln. So lässt sich ein Beet übereinander stapeln, statt es in der Fläche zu verteilen.

Upcycling / DIY: Selbstbau von einem Kartoffelturm als Hochbeet aus AutoreifenGrafik: Phasen bei der Anlage von einem Kartoffelturm aus Autoreifen (Quelle: Transitionsblog.de CC-BY-SA)

Die Grafik zeigt die Phasen eines Kartoffelturmes von der ersten Kartoffelpflanze bis zur Ernte. Zu Beginn werden Saatkartoffeln an die Stelle gepflanzt, an der später der Kartoffelturm entstehen soll (1). Haben die Kartoffelpflanzen eine Größe erreicht, um einen zweiten Autoreifen zu durchstoßen, wird ein weiterer darüber gelegt. Anschließend wird dieser mit Erde befüllt (2). Der Reifen wird mit der Zeit durchwachsen und auch in ihm bilden sich die Anlagen für weitere Kartoffeln aus. Ist die Pflanze wieder groß genug, wird wieder ein Reifen darüber gelegt und befüllt (4). So lässt sich das Prinzip weiterführen. Bei der Ernte zeigt sich, dass in allen Ebenen sich Kartoffelknollen ausgebildet haben (5). Der Kartoffelturm hat damit ein Ertragspotential, welches das Dreifache seiner Grundfläche entspricht. Damit lassen sich effizient viele Kartoffeln auf kleinem Raum anbauen.

Modulare Hochbeete aus Reifen

Neben Kartoffeln können natürlich auch andere Pflanzen in den stapelbaren Türmen angebaut werden. Je nachdem, wie die Versorgungslage mit Autoreifen ist. Wem die Reifen optisch aufstoßen , kann die Seitenwände der Türme entweder ringförmig mit andern Pflanzen (z.B. Kartoffeln ohne Turm, Mais) oder mit einem Geflecht ausstatten, an welchem andere Pflanzen (z.B. Bohnen) ranken können. So lässt sich auf engstem Raum der Ertrag maximieren ohne viel Geld und Zeit zu investieren.


ähnliche Artikel