Atomkraft nein Danke - eine Brückentechnologie in die Vergangenheit

Atomkraftwerk Grafenrheinfeld

Foto: Atomkraftwerk Grafenrheinfeld (Quelle: MarcelG CC BY-SA 2.0)

Als Brückentechnologie zur Energiewende wurde bis vor einiger Zeit die Atomkraft von der schwarz-gelben Koalition angepriesen. Mit dem Label Made in Germany sollte der Mythos von der sicheren und sauberen Energieerzeugung gegen alle Kritik gewappnet sein.

Brückenfehler: Grundlast vs. Spitzenlast

Wie kann Atomkraft Bestandteil der Energiewende sein? Erneuerbare Energien aus Photovoltaik und Windkraft haben einen wichtigen Nachteil. Der Wind weht nicht beständig und die Produktion von Solarstrom ist nur tagsüber möglich. Auch schwankt der Sonnenstrom mit Bewölkung und Jahreszeit. Da Strom aber nicht in ausreichenden Mengen gespeichert werden kann, muss die Produktion dem aktuellen Verbrauch angepasst werden. Unproblematisch ist dies, wenn viel Wind weht und die Sonne scheint. Strom ist im Überfluss vorhanden. Damit das Leitungsnetz nicht überlastet wird, können Windkraftanlagen aus dem Wind gedreht werden. Photovoltaik-Anlagen lassen sich einfach vom Netz trennen. Was passiert aber wenn die Stromnachfrage höher als die momentane Produktion ist? Dafür braucht es Kraftwerke, die schnell Anlaufen können um die fehlende Energie bereitzustellen. Atomkraftwerke lassen sich aber nicht Ein- und Abschalten wie ein Staubsauger. Das Anfahren eines Reaktors dauert mehrere Tage. Für kurzfristige Stromlücken braucht es deshalb Kraftwerke, die dynamisch ihre Leistung anpassen können. Atomkraftwerke und auch Kohlekraftwerke zählen zu den Grundlastkraftwerken. Einmal angeworfen liefern sie einen kontinuierlichen Strombetrag und können diesen nur bedingt variieren. Auf kurzfristige Stromlücken können sie nicht schnell genug reagieren.

Foto: Kohlekraftwerk Moorburg bei Hamburg (Quelle: Gerhard Kemme CC BY 2.0)

Spitzenlastkraftwerke: die Windhunde unter den Kraftwerken

Um solche Stromlücken dynamisch zu kompensieren braucht es Kraftwerke, die ebenso schnell in Fahrt kommen wie sie auch gedrosselt werden können. Hier eignen sich besonders Gaskraftwerke. In ihren Turbinen wird immer der Betrag an Gas aus Speichern verbrannt bis Stromnachfrage und Produktion wieder ins Gleichgewicht kommen. Auch Wasserkraftwerke können aus ihren Pumpspeichern genau die Menge an Wasser durch ihre Turbinen laufen lassen, wie gerade benötigt wird.